Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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Verfasst am: Fr Feb 18, 2011 4:05 am Titel: Wie mit HIV-Infizierten umgehen?
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Zwiespalt Gast
Hallo, ihr da draußen...
Vieleicht gab es schon einmal einen Thread zu diesem Thema in diesem Forum. Vieleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Auch die evt. vorhandene "SuFu" verbag sich meinem Blick. Wie dem auch sei, hoffe ich, dass mir die hochachtungsvollen Administratoren diese Naivität verzeihen mögen...
Zu der Schilderung meiner Problematik:
Ich bin mir, aufgrund von diversen Verweisen hier im Forum, und dem Verweis auf einschlägige Bücher, durchaus über den Infektionsweg von HIV im klaren...
Wie gehe ich aber, konkret und auch gleichzeitig diskret, mit HIV-Infizierten um?
Wie schaffe ich es, einem Neuinfiziertem, mit dem ich schon Jahrzehnte lang befreundet bin, das Gefühl von Zugehörigkeit zu einer Gruppe (zB Freundeskreis, Verein), aber auch gleichzeitig die Erinnerung an seine Krankheit bzw. den Schutz anderer zu vermitteln?
Dabei geht es mir weniger um den sexuellen, sondern um den, mehr oder weniger, alltäglichen Schutz.
Wie gehe ich mit potenziellen Situationen um, in dem der oder die Betroffene nun Beispielsweise stürzen und eine leichte, blutende Wunde davontragen könnte (zB Volksfest, Jahrmarkt, Fastnacht, Alltag)?
Soll ich selbst ständig ein Erste-Hilfe-Kästchen mit mir herumtragen, in dem sich Handschuhe finden lassen oder es von ihm/ihr verlangen?
Beides würde doch direkt zu einer ungewollten Stigmatisierung führen oder etwa nicht?
Klar muss man einenen bewussten Umgang beiderseits fordern, aber wie schafft man denn diese Gradwanderung?
Ich bin -natürlich- für jeden Buch-, Link- und Forumshinweis dankbar, der sich mit der gegebenen Problematik auseinandersetzt. Und vor allem für Erfahrungsberichte von Betroffenen, die mir helfen könnten.
behandele den HIV-Positiven Menschen genauso, wie jeden anderen auch. Ein besonderer Schutz ist hierbei nicht nötig, denn wenn Ihr jetzt nicht gerade Blutsbrüderschaft besiegelt oder ihr ungeschützten Geschlechtsverkehr habt, ist überhaupt nichts zu befürchten.
Ich selber bin Positiv und habe sehr viele negative Freunde, dir mich ganz normal behandeln. In der heutigen Zeit gilt eine HIV-Infizierung nur noch als chronische Krankheit, da auch die medizinische Forschung sehr weit ist und sehr gute Medikamente auf dem Markt sind, die einen Positiven Menschen mit der Viruslast "unter die Nachweisgrenze" bringen, so das man als nicht mehr infektiös gilt.
LG
Chris _________________ Art-Medikamente:
Truvada [1-0-0], (Tenofovir + Emtricitabin)
Isentress [1-0-1], (Raltegravir)
Warum solltest du denn jetzt ständig nen Erste-Hilfe-Kasten dabei haben? Hattest du doch bisher auch nicht, oder? Und nur weil er positiv ist, wird er sich jetzt nicht plötzlich andauern verletzen. Wenn doch mal was passiert, solltest du genau so reagieren, wie du es bis dato auch getan hättest. Wenn nötig irgendwo ein Pflaster auftreiben, bei grösseren Sachen nen Rettungswagen rufen.
Man weiss doch normalerweise, ob man gerade eine grösser blutende Wunde an der Hand hat oder nicht. Und wenn nicht kannst du ihn behandeln wie jeden anderen auch.
Verfasst am: Fr Feb 18, 2011 1:19 pm Titel: Re: Wie mit HIV-Infizierten umgehen?
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AlexandraT Moderatorin
Anmeldungsdatum: 11.07.2009 Beiträge: 4719 Wohnort: Bei Basel / CH
Zwiespalt hat folgendes geschrieben::
Wie gehe ich aber, konkret und auch gleichzeitig diskret, mit HIV-Infizierten um?
Geh so mit ihm um wie immer. Nur bei einer blutenden Wunde musst Du acht geben, dass sein Blut nicht auf Deine Schleimhäute oder auf ne Wunde von Dir gelangt. Ansonsten mach ich nicht den geringsten Unterschied. Ich hab Freunde mit HIV oder Hepatitis.... aber die wollen im Alltag nicht dauernd an ihre Krankheit erinnert werden. Im Alltag besteht keine Gefahr, dass Du Dich infizierst.
Handschuhe hab ich übrigens immer in einem kleinen Tütchen in den Jackentaschen.... denn es kann ja immer mal sein, dass ich irgendwo erste Hilfe leisten muss. Die Dinger brauchen nicht viel Platz und man sollte jeden Menschen so behandeln als hätte er HIV wenn es um Blut geht. Wenn es aber nur ein Heftpflaster ist braucht man keine Handschuhe... dies kann man auch machen ohne, dass man mit dem Blut in Berührung kommt. Und in der Regel kann es der Verletzte eh selbst anbringen.
Die Suchfunktion ist übrigens oben links.... _________________ Lieben Gruss
Alexandra
Verfasst am: Fr Feb 18, 2011 6:49 pm Titel: Re: Wie mit HIV-Infizierten umgehen?
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matthias Gute Seele des Forums
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2422 Wohnort: Berlin
Zwiespalt hat folgendes geschrieben::
Wie gehe ich aber, konkret und auch gleichzeitig diskret, mit HIV-Infizierten um?
Wie mit einem ganz normalen Menschen. In dem Moment, an dem Du einem positiven Menschen eine »Sonderbehandlung« zukommen lässt, isz der Schritt zur Diskriminierung - auch wenn sie gut gemeint ist - nicht mehr weit.
Zwiespalt hat folgendes geschrieben::
Wie schaffe ich es, einem Neuinfiziertem, mit dem ich schon Jahrzehnte lang befreundet bin, das Gefühl von Zugehörigkeit zu einer Gruppe (zB Freundeskreis, Verein), aber auch gleichzeitig die Erinnerung an seine Krankheit bzw. den Schutz anderer zu vermitteln?
Warum glaubst Du, dass Du das tun musst? Das ist der Grundfehler der gut gemeinten Freundschaft, dass sie immer wieder an die Infektion erinnert, so dass langsam aber sicher der positive Mensch nur noch als lebendes Virus gesehen wird.
Zwiespalt hat folgendes geschrieben::
Dabei geht es mir weniger um den sexuellen, sondern um den, mehr oder weniger, alltäglichen Schutz.
Jeder - der negative wie der positive Mensch - ist für sich selbst verantwortlich. Also Du für Dich. Einmischen in das Leben anderer ist nicht richtig - und maßregeln (das wäre ers nämlich) steht Dir nicht zu. Ein positiver Mensch ist nicht geisteskrank oder hilflos.
Zwiespalt hat folgendes geschrieben::
Wie gehe ich mit potenziellen Situationen um, in dem der oder die Betroffene nun Beispielsweise stürzen und eine leichte, blutende Wunde davontragen könnte (zB Volksfest, Jahrmarkt, Fastnacht, Alltag)?
Du stolperst nicht täglich über Infizierte - es gibt ja »nur« 70.000. Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Menschen grundsätzlich den Kontakt mit Blut scheuen und nicht freiwilig in Wunden greifen, zumal es klar ist, dass das nicht wirklich aseptisch ist. Du musst bei jeder Situation aufpassen, dass Du nicht in Kontakt mit Blut kommst. Ob das Unfallopfer positiv ist oder nicht, ist dabei doch völlig unerheblich. Außerdem: Infiziertes Blut muss erst einmal in den Körper, damit es Schaden anrichtet. Durch die intakte Haut kann es nicht - und spröde, rissige Hände sind keine Eintrittspforte.
Zwiespalt hat folgendes geschrieben::
Soll ich selbst ständig ein Erste-Hilfe-Kästchen mit mir herumtragen, in dem sich Handschuhe finden lassen oder es von ihm/ihr verlangen?
Wenn Du Dich selber zu einer Psychose verleiten möchtest, bitte sehr. Und wenn Du Diskriminierung für gut hältst, auch bitte sehr. Du darfst Dich dann aber nicht wundern, wenn der Kontakt abbricht. Ich würde mich herzlich bedanken, wenn ich solche Freunde oder Bekannte hätte ... oder sollte ich dann lieber sagen: »ehemalige« Freunde und Bekannte ...
Zwiespalt hat folgendes geschrieben::
Beides würde doch direkt zu einer ungewollten Stigmatisierung führen oder etwa nicht?
Was heißt hier »ungewollt«? Du willst doch, dass einer von Euch ein Erste-Hilfe-Kästchen mit sich rumträgt. Übrigens ist es vielleicht einfacher, wenn Du ihm noch »positiv«mit Lippenstift auf die Stirn schreibst, bevor ihr zum Volksfest geht ...
Zwiespalt hat folgendes geschrieben::
Klar muss man einenen bewussten Umgang beiderseits fordern, aber wie schafft man denn diese Gradwanderung?
Indem man sich nicht zum Moralhüter für andere aufschwingt, sondern sich auf sich selbst beschränkt ...
Zwiespalt hat folgendes geschrieben::
Ich bin -natürlich- für jeden Buch-, Link- und Forumshinweis dankbar, der sich mit der gegebenen Problematik auseinandersetzt. Und vor allem für Erfahrungsberichte von Betroffenen, die mir helfen könnten.
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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