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Verfasst am: Mi Nov 30, 2011 10:40 pm Titel: Welt AIDS Tag 2011
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Marion Administratorin
Anmeldungsdatum: 24.08.2006 Beiträge: 2421
Gleich ist es soweit - der Welt AIDS Tag 2011 steht vor der Tür ... t minus 2 Stunden, 21 Minuten!
Ich bin gespannt, wie das Feedback hier ausfallen wird - wir freuen uns aber auf jeden Fall auf viele angeregte Diskussionen - vielleicht auch mit Menschen, die ansonsten eher weniger bis gar nicht auf unsere Seite gekommen wären!
Ich hab vorhin was dazu auf 2 Radiosendern beim durchzappen im Auto gehört und hab ehrlichgesagt "Plaque" bekommen!
Begriffe HIV und AIDS werden wahrlos durcheinandergeschmissen und HIV wird auch mal gern durch das Wort gefährliche Seuche ersetzt....Medienakteure sind sehr wenig informiert!!
Ich dachte immer, dies wäre ein Thema das mich nicht betreffen würde. So kann man sich irren.
Wenn man über Aids und HIV liest, so findet man schnell heraus, dass es enorme Fortschritte gegeben hat und wohl künftig auch geben wird.
Nur leider kann nicht jeder von diesen Fortschritten profitieren..
Ich Frage ich mich, warum zB eine Therapie so teuer ist? Für mich als "Laien" ist das nicht nachvollziehbar. Es sind doch eigentlich"nur" Medikamente die den Preis von harten illegalen Drogen haben. Was ist also an diesen Medikamenten so speziell, dass diese hohen Preise gerechtfertigt sind oder sind hier die Pharmaunternehmen die grossen Gewinner?
Ein zweites Anliegen sind die widersprüchlichen Angaben die man zum Thema findet. (Test nach 4 Wochen aussagekräftig vs Test erst nach 6 Monaten aussagekräftig, Pep beeinflusst AK Bildung vs Pep beeinflusst AK Bildung nicht, Virus stirbt nach 1 min an der Luft, vs Virus kann bis zu 6 Stunden in einem Blutfleck bleiben....)
Es scheint als hätte jeder seine eigene Theorie, jeder Arzt hat seine Meinung,jede Internetseite gibt andere Angaben zu dem Thema an. Dies ist tragisch, da man nicht weiss was oder wem man glauben soll.
Ich wünsche mir zu diesem 30 jährigen Geburtstag, dass es in einigen Jahren absolute Klarheit zu diesem Thema geben wird und dass jeder Betroffene mit Zuvericht nach vorne schauen kann.
Das stimmt zweifelsohne ... aber generalisieren kann man das ja auch nicht. Wir sind schließlich auch Medienakteure ...
@ Sepp79
Ich persönlich bin keine Freundin der sogenannten Pharma-Verschwörung. Im Gegenteil. Ich habe durch meinen Beruf einen ganz guten Einblick in die Branche und kann die Preispolitik daher auch ganz gut nachvollziehen. Sicher: die Medikamente sind extrem teuer - auch teurer als in anderen Regionen der Welt.
Dies basiert auf grundlegenden marktwirtschaftlichen Gesetzen. Fakt ist: Pharma-Konzerne kassieren nicht nur Milliarden, sondern investieren diese auch. Das wird leider immer wieder übersehen. Fakt ist, dass die Entwicklung eines Medikaments locker lässig mehrere Milliarden kosten kann. Diese Investition wird über Jahre hinweg quasi vorgestreckt - sprich: die realen Kosten sind sogar höher, da Zins und Zinseszins anfallen. Eine Garantie auf Erfolg gibt es nicht! Viele Forschungsansätze enden früher oder eben auch einmal später in einer Sackgasse. Dass man sowas nicht mit einem 3-Mann-Unternehmen machen kann, dürfte auch klar sein. Viele Pharmafirmen haben viele tausend Mitarbeiter weltweit, oft auch deutlich mehr. Das will auch erst einmal alles unterhalten werden.
Sicher - die "Großen" machen auch ordentlich Gewinn, aber auch dieser wird wieder re-investiert. Ob das nun in die HIV-Forschung, in die Krebs- oder in eine andere Forschung investiert wird, spielt hierbei erst einmal keine Rolle. Indirekt fließt immer viel Geld in die Bereiche, in denen die Forschung erfolgreich war. Konzerne denken nicht, sie werden gedacht! Gerade deshalb liegt es auch auf der Hand, dass die dahinter stehenden Menschen im Sinne des Unternehmens agieren (müssen) und die Bereiche weiter voran treiben, die bereits Milliarden eingebracht haben. So schließt sich der Kreislauf auch wieder.
Fakt ist, dass Pharma-Konzerne Milliarden machen müssen, um die Forschung auch weiter voran treiben zu können. HIV-Medikamente fallen ja nicht gerade vom Himmel, sondern sind das Produkt aus jahrelangen Bemühungen. Da HI Virus ist hierbei besonders komplex - mit anderen Bereichen lässt sich daher in weniger Zeit meist mehr Geld verdienen! Gemessen an der Komplexität des HI Virus wird und wurde bereits sehr viel geforscht und natürlich auch sehr viel Geld verdient, aber das wiederum ist ja genau der Faktor, der die Forschung wiederum voran treibt und vielleicht eines Tages zu einem Heilmittel oder einem dauerhaft funktionierenden Medikament führen kann.
Bezüglich der wiedersprüchlichen Angaben, kann ich Dir voll und ganz zustimmen - Fakt ist, dass das RKI für den Staat diese objektive Instanz darstellt. Schau ruhig mal auf rki.de - dort findest Du alle "offiziellen" Infos über HIV, AIDS und viele weitere Krankheitsbilder. _________________ HIV-Symptome | HIV Factsheet - das kostenlose Ebook
Verfasst am: Fr Dez 02, 2011 9:28 am Titel: wirtschaftliche Ewägungen der Pharmabranche; @ Marion
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Volldepp Bewährtes Mitglied
Anmeldungsdatum: 01.11.2011 Beiträge: 203 Wohnort: Land MV
Natürlich gebe ich Dir Recht, dass Pharmakonzerne auch Geld verdienen müssen um forschen zu können. Ich bin auch absolut kein Freund von Verschwörungstheorien ... ABER:
Pharmakonzerne sind, wie alle anderen Unternehmen auch, auf langfristig gute Geschäfte aus. Gute Geschäfte bedeutet kontinuierlich hoher cashflow.
Womit lässt sich besser Geld verdienen als mit der dauerhaften Angst der Menschen vor Krankheit und Tod? Also kann Forschung auch so und so betrieben werden.
Ich kann forschen und ein (womöglich auch extrem) teures (nur einmalig oder kurzfristig notwendiges) endgültiges Heilmittel finden oder ich suche nur nach Möglichkeiten meine "Kunden" möglichst lange an mich zu binden, in dem ich (teure) Medikamente finde die eine ehemals relativ schnell zum Tode führende Infektion kontrollierbar machen (mit meinem Produkt) und dieses dann den PAtienten 20-30-40 Jahre lang verkaufen kann ... was wäre mit den Herstellern von Truvada, Kaletra und Co. ... wäre HIV in 5 Jahren ausgerottet?
Nach meiner Ansicht stehen knallharte wirtschaftliche Interessen von Pharmaindustrie und Finanzbranche einer zügigen Bekämfung einer HIV-Pandemie im Wege!
Ehrliche Forschung zur Bekämpfung des Viruses vermute ich leider nur bei öffentlich-rechtlichen Instituten wie Universitäten und (staatlichen) forschenden Kliniken ... und da wissen wir alle wie es um Forschungsgelder und Ressourcen steht.
Anmeldungsdatum: 11.07.2009 Beiträge: 4719 Wohnort: Bei Basel / CH
HIV wäre auch mit einem Heilmittel nie ausgerottet... auch die Pest ist nicht ausgerottet...... die Konzerne würden immer noch genug an den Impfstoffen oder Heilmitteln verdienen.
Auch Roche, BASF, Novartis und Co forschen ehrlich.....ich kann da durchaus mitreden. Klar rücken sie nicht gleich mit allem raus. _________________ Lieben Gruss
Alexandra
Denke ich auch...impfen könnten die damit nämlich jedeneinzelnen in Deutschland! Das bringt sicher mehr Cash als die ca. 70000 infizierten zu behandeln.
Ich fand vieles der Öffentlichkeitsarbeit zum Welt-Aids-Tag ehlichgesagt enttäuschend. Wer nicht gezielt spezifische Fernsehsendern angeschaltet hat und das so ca. ab 21.30 Uhr hat von dem Thema nicht unbedingt mehr mitbekommen als sonst. War im Kino und da lief der 08/15 "Werbespot" der sonst auch immer kommt.
Wer sich informieren will konnte das an dem Tag sicherlich super! Aber sollten am Welt-Aids-Tag nicht auch solche erreicht werden, die dem Thema bislang geschickt aus dem Weg gegangen sind? Sollte man Menschen nicht ermuntern zum Test zu gehen, weil HIV "nur noch" eine chronische Erkrankung ist, allerdings ansteckend? Das kam alles nicht durch.
Außer Themen der Solidarität mit Betroffenen, das fand ich gut. Und das ist auch sehr wichtig. Auch wenn viele an ihrer EInstellung wohl leider nie was ändern
Anmeldungsdatum: 01.11.2011 Beiträge: 203 Wohnort: Land MV
Würde man den Kräften des freien Marktes vertrauen, dann sollten sich doch aber die milliardenschweren Branchenschwergewichte in einem Wettlauf zum "endgültigen Heilmittel" gegenseitig ausstechen und übertrumpfen wollen ... warum passiert so wenig?
Was jedoch passiert sind Fortschritte auf dem Gebiet den "chronischmachung" der Infektion ... so zumindest mein bescheidener Eindruck ...
Ich weiß nicht wie das Penicillin entdeckt wurde ... aber ich glaube kaum, das da Milliarden an Forschungsgeldern hinter standen und weltweit tausende Forscher involviert waren, denen Methoden der Genetik, Computertechnik und alle Kommunikationsmöglichkeiten halfen.
Warum geht das nicht bei HIV? Auch Bakterien mutieren, bilden Resistenzen, bestehen aus unterschiedlichen Stämmen etc ... will sagen es gibt sicher grundlegende Parallelen zum Penicillinbeispiel.
Warum wird kaum ein Ansatz bei HIV gefunden?
Mein Laborarzt sagte einmal ... wäre er religiös, dann hätte HIV ja fast etwas biblisch/göttliches für ihn ... halte Dich an "Gottes Regeln" und Du bleibst gesund ... Du sollst keine Ehe brechen, Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Frau, Homosexualität ist Sünde ... etc ..
Penicillin war eher eine Zufallsentdeckung und das nach Jahrhunderten wo Menschen an bakteriellen Infektionen gestorben sind. HIV gibt es erst seit 30 Jahren, das ist nix in Bezug darauf, wie lange schon andere Krankheiten existieren und es ist nach wie vor eine seltene Erkrankung, das muss ja auch beachtet werden, sodass sich mehr Geld in die Krebsforschung usw. gepumpt wird...denn mit manchen Tumoren ist nach 2 Monaten aus und Ende, das ist bei HIV Gott sei dank nicht mehr so, gesetzt den Fall, es wird rechtzeitig diagnostiziert und behandelt.
Es kann doch durchaus sein, dass irgendwann auch wie bei Penicillin durch Zufall das Heilmittel gefunden wird, wer weiß.
Bei anderen Lapalien wie z.B. Herpes kann ich mir durchaus vorstellen, dass lieber 2/3 der Menschen chronifiziert werden...aber nicht bei HIV, dessen Ausbreitung eine ernstzunehmende Sache ist.
Anmeldungsdatum: 11.07.2009 Beiträge: 4719 Wohnort: Bei Basel / CH
@Volldepp
Bakterien sind anders als Viren. Viren brauchen einen Wirt… Bakterien überleben gut auch ohne. Sie sind unterschiedlich und daher kann man die Entdeckung des AB nicht vergleichen mit der Aidsforschung. Auch wenn Du es nicht mit bekommst… es tut sich da viel mehr als Du denkst. Aber man geht nicht mit jeder Neuigkeit die Oeffentlichkeit. Zudem… es gibt nicht nur HIV.. auch die Tuberkulose nimmt massiv wieder zu vom Osten her etc. Es gibt viele Krankheiten vor denen man sich nicht so einfach schützen kann wie vor HIV. Ich will nicht böse klingen… aber bei HIV hat man es in der Hand ob man sich infiziert oder nicht….bei anderen Krankheiten reicht es wenn ein infizierter Mensch im Raum ist…dem kann man nicht entgehen... es gibt Krebs vor dem man sich nicht einfach mit Kondom und Tests schützen kann….. ich meinen Augen ist HIV nicht das was man als erstes besiegen sollte. _________________ Lieben Gruss
Alexandra
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