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Verfasst am: Di Jul 28, 2009 11:38 am Titel: Warten auf das Ergebnis
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Fast Forward Gast
Hallo, ich lese hier schon seit Wochen mit und fiebere mit jenen, die befürchten, sich angesteckt zu haben und einen Test machen wollen/gemacht haben. Der Grund, dass ich dieses Forum aufgesucht habe: ich habe selbst große Angst, mich angesteckt zu haben.
Erstmal zu meiner Person: ich bin 19, werde bald 20, habe mein erstes Studienjahr abgeschlossen, lebe bei meiner Familie und lebe in Luxemburg. Eigentlich bin ich keine risikofreudige, sondern eher ängstliche, zurückhaltende Person, gerade wenn es um Liebe und Sex geht.
Vor 3 Jahren, also mir 16 hatte ich meinen ersten Freund und mit ihm mein erstes Mal. Am Anfang hatten wir nur ganz gewöhnlichen Vaginalverkehr mit Kondom. Irgendwann wollte er dann, dass ich ihn auch oral befriedige, was ich auch getan habe. Ich habe immer alles geschluckt... Als ich dann noch die Pille bekam, haben wir auch auf Kondome beim Sex verzichtet. Heute schüttele ich den Kopf über soviel jugendlichen Leichtsinn.
Er hat mich betrogen und später für eine andere verlassen. Er dementiert noch heute, mit einer anderen Sex gehabt zu haben, vor usnerer Beziehung hatte er sich einem HIV-Test unterzogen - Ergebnis negativ. Sollte dies also der Wahrheit entsprechen, gäbe es kein Risiko, mich während unserer Beziehung angesteckt zu haben.
Doch dabei hat es nicht geendet. Wir hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Kontakt, sind bis vor kurzem sogar gut miteinander zurechtgekommen, weil er plötzlich wie ein Freund für mich da war. In den Zeiten, an denen keiner von uns eine Beziehung hatte, hatten wir auch Sex - allerdings immer mit Kondom. Was ich allerdings bis vor einem Monat nicht wusste (ja, die HIV- und AIDS-Aufklärung hier lässt sehr zu wünschen übrig), ist, dass man sich auch beim Oralverkehr anstecken kann, gerade wenn man das Sperma schluckt. Er wusste es zwar, wusste aber scheinbar nicht, dass ich wegen der Infektionsgefahr und nicht wegen Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft auf ein Kondom bestand.
Er ist jemand, der schon mit sehr vielen unterschiedlichen Frauen Sex hatte, und ich weiß nicht, ob er sich bei anderen Leuten schützt. Er hat auch seit langem keinen Test mehr gemacht, weigert sich auch, dies zu tun- ich vermute mal, aus Angst, das Ergebnis könnte ihn von den Socken hauen.
Nun habe ich mich also meiner Verantwortung gestellt und habe mich gestern dem Test unterzogen. Mittwoch soll ich anrufen, spätestens Donnerstag haben sie das Ergebnis. Meine Angst ist riesig, in der Nacht war mir nach all der Aufregung speiübel. Was mich auch noch sehr belastet, ist die Tatsache, dass ich nicht mit meiner Familie darüber reden kann. Ich will ihnen keine eventuell unnötigen Sorgen bereiten, habe den Test also ohne ihr Wissen gemacht und muss mir überlegen, mit welcher Ausrede ich mein Ergebnis abhole. Dabei habe ich leider keinen Führerschein und bin länger unterwegs, ehe ich ankomme. Da ich vor 3 Uhr vorbeifahren muss und so spätestens um 1 Uhr aufbrechen muss, frage ich mich, wie ich das anstellen soll - um die Zeit essen wir doch. Es scheint auch, als habe keiner Zeit, mit mir hinzufahren.
Ich verzweifle, weiß nicht, wie ich das bewerkstelligen soll.
Ich hoffe hier Unterstützung zu finden, bis ich das Ergebnis habe. Viel zu sagen gibt es vielleicht nicht - ich bin selber Schuld an meiner Situation, leide auch darunter, nicht offen mit meinen Eltern reden zu können. Hoffentlich endet dieser Horrortrip bald.
Hallihallo! Nunja, natürlich bestand immer ein Risiko bei den Kontakten, von denen du sprichst. Allerdings musst Du Dir auch vor Augen führen, dass die HIV-Rate in Westeuropa nicht sehr hoch ist (für Luxembourg hab ich jetzt keine genauen Zahlen) und ihr beide noch sehr jung seid.
Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen!
Wegen Deine Familie: Dir wird doch sicherlich etwas einfallen?! Ich verstehe sehr gut, dass man sowas nicht unbedingt "an die große Glocke" hängen möchte (auch wenn sehr viele Menschen in ähnlichen Situationen sind/waren, wie Du es jetzt bist und es sicherlich keine Schande ist, einen HIV-Test zu machen - im Gegenteil! Aber trotzdem: man möchte die Familie nicht beunruhigen und die Fragen, die dann kommen würden, bedürften wahrscheinlich eher intime Antworten.)
Bin zwar kein Freund von Lügen, aber solch eine Notlüge ist sicherlich vertretbar.
Du kannst doch sowas sagen wie: ich muss meiner Freundin beim Lernen helfen oder ich bin zum essen eingeladen oder, oder, oder
Hey, danke für die Antwort und sorry dass ich erst jetzt darauf zurückkomme!
Ich weiß auch keine Zahlen für Luxemburg, aber scheinbar hat die Zahl der Neuinfizierten in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Und wir sind bekanntlich ein sehr sehr kleines Land...
Ich lüge meine eltern sehr sehr ungerne an, sie vertrauen mir auch voll und ganz und im Prinzip können sie sich auf mich verlassen. Das ist auch ein Grund, wieso mir das soviel ausmacht... Ein Freund meinte, er habe am Anfang auch gelogen, damit sich seine Eltern keine Sorgen machen müssen. Wenn der Test negativ ist, spielt es dann ja auch keine Rolle mehr. Dies hat mich bekräftigt, mir auch etwas anderes einfallen zu lassen.
Ich habe eben im Krankenhaus angerufen: mein Ergebnis ist tatsächlich heute schon da, um halb 3 habe ich meinen Termin. Und ich habe Glück, denn die Freundin, die mich schon zum Test begleitet hat, kann mich auch nun mitnehmen, was bedeutet, dass ich leichter eine Ausrede habe und nicht schon so früh verschwinden muss, als wenn ich mit der Bahn fahren müsste.
Nun beginnt das Zittern erneut. Ich weiß ja, ein Termin zu haben ist normal, aber wieso zum Teufel dürfen sie nicht über Telefon sagen, ob was ist?
Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen, dass das Ergebnis negativ sein wird. Kannst uns ja auf dem Laufenden halten!
Zur Lüge: ich denke, dass es jedem selbst überlassen ist, ob er/sie seinem/ihrem Umfeld bekannt gibt, ob er/sie irgendwelche medizinischen Tests machen lässt, oder es eben nicht tut. Wenn Deine Situation zu Hause so ist, dass Du irgendeinen Grund angeben musst, warum Du nicht beim Essen zu Hause bist, ist eine kleine Notlüge sicherlich kein Verbrechen.
Also, Arschbacken zusammenkneifen und durch. Wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Ergebnis negativ sein wird, ist sicherlich höher als umgekehrt!
Danke dir! Ich werde heute Abend bescheid geben, wie es gelaufen ist. Bisher kann ich nur sagen dass die Krankenschwestern in diesem Krankenhaus sehr freundlich, informierend und zuvorkommend sind.
Nun, ich wäre glücklicher, wenn ich offen darüber reden könnte. Mit Freunden kann ich dies allerdings schon tun. Ich denke, wenn ich einen Test machen würde, weil ich eine neue Beziehung habe und wir beide sicher sein wollten, wäre es leichter, aber da ich ja testen wollte, weil ich eben mehrere Risikokontakte hatte - wenn auch mit derselben Person, ist das schon heikler.
Im Moment bin ich einfach nur aufgeregt, kann mir aber kein positives Resultat vorstellen. Aber vielleicht ist das normal - in der Nacht hatte ich zuletzt Angstschweiß vonwegen "Es wir positiv sein, du wirst totkrank werden!".
Es ist alles super gelaufen, das Testergebnis war negativ! Großes Aufatmen also!
Also falls noch ein Luxemburger hier mitgelesen haben soll: im Centre Hospitalier in Strassen sind sie wirklich schnell, super freundlich und informieren einen auch gut über den Test selbst und natürlich HIV und AIDS. Sie haben mir schon nach dem Test x Brochüren mitgegeben und 17 Kondome... Also wirklich top Behandlung Ich bin nicht mal in Ohnmacht gefallen, dabei passiert mir sowas immer...
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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