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Verfasst am: So Okt 30, 2011 3:39 pm Titel: Ungeschützter Oralverkehr, HIV-Schnelltest nach 7 Wochen
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ebbandflow
Anmeldungsdatum: 30.10.2011 Beiträge: 2
Hallo,
erstmal will ich ein Lob aussprechen für die tolle Arbeit hier im Forum. Leider hat das Forum neben dem restlichen Internet auch dazu beigetragen, dass ich wohl eine leichte HIV-Phobie entwickelt habe.
Kurz zu meinem Vorfall:
Ich hatte am 1. September 2011 ungeschützten Oralverkehr mit einem mir unbekannten Mann. Lusttropfen waren sicher im Spiel, aber der Samenerguss fand definitiv außerhalb statt. Ansonsten haben wir uns nur gestreichelt und etwas gefingert. Offene Wunden waren weder im Mund noch am Körper vorhanden.
Am 24. Oktober (also gute 7 Wochen danach) habe ich dann einen Schnelltest beim Checkpoint (Aids-Hilfe) gemacht. War eine sehr nette Beratung, Risiko wurde als sehr gering eingeschätzt, und sie meinte nach dem negativen Testergebnis sollte ich mir keine Sorgen mehr machen.
Mach ich aber doch! Vor allem, weil es erst sieben Woche und ein paar Tage waren. Bin Mitte Zwanzig und lebe sehr gesund. Die Antikörper sollten sich doch dann schon gebildet haben, oder? Bin auch nicht oft krank, einmal alle zwei Jahre. Diesmal kam die Erkältung (Halsschmerzen, Lymphknoten am Hals geschwollen, leichtes Fieber, hab mich krank gefühlt, und leichten Schnupfen) genau 6 Wochen nach dem Risikokontakt, was bei mir die HIV-Phobie wohl richtig ausgelöst hat.
Laut den Zahlen vom RKI betrifft es ungefähr einen von 5.000-10.000 bei denen der Test nach 7 Wochen noch falsch-negativ ist.
Ich hab viel gelesen, und es beschäftigt mich wahrscheinlich auch deshalb so sehr, weil ich meine Freundin damit betrogen habe. Gewissensbisse, evt. auch die Angst vor einer sexuellen Umorientierung, usw.
Wir schätzt ihr die Situation ein? Lieber nochmal nach 10-12 Wochen testen lassen, oder sollte ich damit abschließen?
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2422 Wohnort: Berlin
Unter »Safer Sex« versteht man »Blasen bis zum Sch(l)uss nur mit Kondom« oder aber »Raus, bevor's kommt«. Lusttropfen sind nicht infektiös. Natürlich sind 7 Wochen etwas zu gering - aber da Du kein echtes Risiko hattest, solltest Du abschließen. Wenn doch Zweifel übrig bleiben, mach noch einen Test.
Dein Ansatz »Laut den Zahlen vom RKI betrifft es ungefähr einen von 5.000-10.000 bei denen der Test nach 7 Wochen noch falsch-negativ ist.« zeigt die Problematik der Informationseinholung ohne Grundwissen. Du machst Dich nämlich selber verrückt. Statistiken sind nicht auf jedermann anwendbar.
Das weitaus größere Problem sehe ich in der Tatsache, dass Du Deine Freundin betrogen hast - und das auch noch mit einem Mann. Deine Angst vor einer möglichen Infektion ist nur ein Ausweichen vor dem wirklichen Problem ... _________________ LG - matthias
vielen Dank für die Antwort. Ich denke auch, dass mein wirkliches Problem woanders liegt. Da ich bis jetzt mit keinem meiner Freunde/Familie darüber sprechen will, habe ich mich da vielleicht zu sehr ins HIV-Thema reingesteigert. Ist ja auch nicht nur schlecht, bin jetzt viel mehr sensibilisiert bzw. interessiert an dem Thema.
Ich war vorher auch beim Gesundheitsamt, hab mich dort aber nur beraten lassen, da ich keine Woche auf die Ergebnisse warten wollte und bin dann zum Checkpoint gegangen. Beim Gesundheitsamt fand ich die Beratung nicht so toll. Mir wurde dort zb nur gesagt, dass der Lusttropfen Spermien enthält und damit sehr wohl infektiös ist. Gut theoretisch mag es richtig sein, aber anscheinend passiert dies so selten, dass es viele für vernachlässigbar halten. Die "Safer Sex"-Regeln bedeuten ja, dass die HI-Viren es sehr schwer haben, jemanden zu infizieren, aber es nicht unmöglich ist, oder?
Naja, auf jeden Fall fühlte ich mich nach dem Gespräch nicht besonders gut, und bin dann zum Checkpoint wegen des Schnelltests. Hat mir dort sehr gut gefallen. Ich habe erst einen Fragebogen ausgefüllt (mein ungeschützer, aktiver Oralverkehr ohne Samenerguss wurde dort unter Risikokontakte gar nicht aufgelistet ), und in der folgenden Beratung wurde wirklich individuell auf meine Situation eingegangen, das negative Testergebniss besprochen und anschließend mein Fragebogen durchgegangen. Sie meinte auch, dass das Risiko praktisch gegen Null geht. Danach hab mich solange gesund und gut gefühlt, bis ich zu Hause wieder das Internet angemacht habe.
Naja, ich fühl mich schon besser alles mal einfach anonym aufzuschreiben.
Ich hab mich ein wenig auf deiner Seite umgeschaut. Respekt und deine Leseproben mach lust auf mehr! Ich werd mir dein Buch mal besorgen.
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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