Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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nu habe ich auch mal wieder ne Frage, die mich beschäftigt. Beim recherchieren im Internet über den Virus und die ganzen Begriffe rund um die Infektion und die Aussage eines Infizierten bin ich etwas "wirr" geworden. Auf verschiedenen Seiten habe ich gelesen, das der Analverkehr ohne Kondom unbedenklich ist, wenn man a) konsequent seine Medikamente nimmt und b) man 6 Monate "unter der Nachweisgrenze" ist. Ich selber finde diese Aussagen sehr bedenklich, denn ich denke ein Restrisiko besteht doch eigentlich immer ????
Wie ist denn Eure Meinung dazu? Besonders interessiert mich die Meinung von Alexandra und Matthias
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2114 Wohnort: Berlin
Hi Chris,
Du beziehst Dich auf die »Empfehlung« der EKAF, der Eidgenössischen Kommission für Aids-Fragen. Ich habe »Empfehlung« bewusst in Anführungszeichen gesetzt, weil ich schon mit dem Wort nicht glücklich bin.
Es gibt in der Tat die medizinisch berechtigte Aussage, dass HIV-Positive, wenn ihre Viruslast sechs Monate unter der Nachweisgrenze liegt, nicht mehr infektiös bzw. nicht mehr gefährdend infektiös sind. Dazu muss aber auch sichergestellt sein, dass sie auch sonst keine durch Sexualkontakt übertragbaren Geschlechtskrankheiten haben. Und sie müssen unter HAART stehen. Unter diesen Umständen können positive Menschen beim GV (nicht nur anal) auf das Kondom verzichten. Diese Meinung vertritt übrigens auch die Deutsche Aids-Hilfe, die mein Buch zwar im Blog vorgestellt hat, aber es offiziell nicht empfehlen möchte, da ich dort ausführe, dass ich mit dieser EKAF-»Empfehlung« meine Schwierigkeiten habe.
Ich sehe zwar die Erleichterung, besonders für schwule Positive, wenn HIV nicht jedes Mal wieder thematisiert werden muss ... aber ich weiß auch um den Ärger der Ärzte, die sich – wenn's schief gegangen ist – mit Neu-Infizierten befassen müssen.
Meine beiden Kritikpunkte an dieser »Empfehlung«: Erstens läuft nicht jeder mit nem frischen Test durch die Gegend und weiß auch gar nicht, ob er sich beim ungeschützten GV wieder etwas einfängt und zweitens halte ich es für gefährlich, eine eingeübte Safer-Sex-Position zwischendurch wieder aufzugeben. Was passiert, wenn die Werte aus irgendwelchen Gründen wieder steigen, aber der Kollege die Lust an den Kondomen verloren hat, weil er wieder auf den »blank«-Geschmack gekommen ist?
Ich stoße mit meiner sehr dedizierten Meinung oft auf Widerstand, aber ich bleibe dabei: Ich akzeptiere die medizinische Tatsache, sehe aber keinen Grund (sondern eher eine Gefahr) darin, dies zu einer »Empfehlung« zu machen. Denn so kann jeder, bei dem es schief geht, immer sagen: »Aber die EKAF hat doch gesagt ...«. Ich hingegen bin der Meinung, dass man Verantwortung gerade in diesem sehr persönlichen und sehr intimen Bereich nicht abschieben kann und darf. _________________ LG - matthias
danke erst einmal, Matthias, für Deine Meinung. Es ist eben nur eine "Empfehlung" und keine eindeutige verlässliche Aussage. Gerade die Aidshilfe müsste doch eigentlich anderen Aussagen machen, oder?
Gibt es eigentlich die Infizierung mit zwei Unterschiedlichen Virenstämmen oder ist das Panikmache? Auch hier gehen die Meinungen weit auseinander.
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2114 Wohnort: Berlin
ChrisLDK hat folgendes geschrieben::
Übrigens, dein Buch lese ich gerade ))
Dann bin ich auf Deinen Kommentar gespannt )
Abe dann wirst Du auch lesen, dass ich ein Verfechter von unterschiedlichen Virenstämmen bin, auch wenn ihre Existenz nicht bewiesen ist (aber das Gegenteil eben auch nicht). Aber ein Virus, dass so durchgreifend mutieren kann, wird in zwei unterschiedlichen Mutationsstufen auch unterschiedlich »wirken« ... das ist aber nur mein persönliches laienhaftes Bauchgefühl .. _________________ LG - matthias
Anmeldungsdatum: 11.07.2009 Beiträge: 4241 Wohnort: Bei Basel / CH
Hallo ihr beiden
Ich kenne das Thema. Halte Sex ohne Kondom in besagtem Fall aber nur bei Paaren für sinnvoll die seit langer Zeit zusammen sind und beide bestens Bescheid wissen. Wichtig ist natürlich auch die regelmässige Kontrolle etc. Es soll kein Freipass sein, dass man ONS ohne Kondom haben kann. Denn man darf nicht vergessen, dass man sich dort auch wieder infizieren kann. _________________ Lieben Gruss
Alexandra
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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