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Verfasst am: Do Jan 07, 2010 11:19 am Titel: Mach ich mich unnötig verrückt?
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seppo82 Gast
Hallo Forengemeinde,
seit etwas über einem Jahr plagen mich diverse Beschwerden, primär Gelenk- und Nervenschmerzen, v.a. einseitig im linken Bein und linken Arm. Das kann aber auch mal wechseln, dann ist es die rechte Seite.
Los ging alles im September 2008, 2 Wochen nach einem Frankreich-Urlaub. In diesem hatte ich nach einem Waldspaziergang einen großen roten Fleck am Knie.
2 Wochen danach hatte ich im Supermarkt an der Kasse sowas wie einen Kolaps mit Schwindel, aber ohne Ohnmacht. Seitdem hatte ich ein starkes Grippegefühl. Ich würde im Krankenhaus durchgecheckt, Blutwerte alle ausnahmslos top, danach kamen MRT, CT und alles an Untersuchungen was man sich vorstellen kann. Innerhalb der nächsten Tage vermehrten sich Gelenkschmerzen, Kribbeln an allen möglichen Stellen und Taubheitsgefühle. Nachtschweiss und steifer Nacken nach dem Aufwachen waren auch ab und zu dabei, aber nicht permament.
Trotz Grippegefühl hatte ich aber nie Fieber oder erhöhte Temperatur. Meine Blutwerte wurden engmaschig kontrolliert, teilweise wöchentlich, auch im weiteren Verlauf. Werden sie auch heute noch und immer sind alle Blutwerte ausnahmslos im besten Bereich. Fieber habe ich selbst bei der aktuellen Erkältung keins, immer zwischen 36.5 - 37.0, mal ab und zu 37.5.
Ich bin dann eine Woche später zu einem Spezialisten, da eine Ärztin den Verdacht auf Borreliose geäussert hat. Es wurden wieder massiv Tests gemacht. Die normalen Antikörper-Tests auf Borreliose und Coinfektion waren negativ, aber der LTT war, wenn auch nur schwach, positiv. Da die Symptome passten wurde ich bereits seit Beginn des Termins beim Spezi mit hochdosierten Antibiotika behandelt. Innerhalb von 2-3 Wochen gingen viele neurologische Beschwerden weg, aber v.a. die Gelenkschmerzen bzw. die unklaren Schmerzen in den Armen und Beinen blieben. Mal gab es Tage, an denen es mir super ging und mal nicht, völlig unkalkulierbar.
Ich habe jetzt ingesamt über ein Jahr lang hochdosierte Antibiotika (Minocyclin 200mg + Quensyl, davor Doxycyclin 400) genommen, aber mittlerweile bleiben die Beschwerden auf einem Level und werden nicht wirklich besser. Ich bin oft schlapp und die unklaren Schmerzen sind immer noch da. Vor kurzem wurde ein Test auf Lupus und Candida gemacht - Candida war positiv, sehr hoch sogar. Vermutlich durch die lange Antibiotika-Therapie, leider die ganze Zeit ohne Candida-Prävention. Das mache ich jetzt erst. Gegen Candida bekomme ich Fluconazol seit 30 Tagen, aber irgendwie tut sich nicht wirklich was. Ich sehe immer noch kleine schwarze "Fliegen" im Auge (Augenarztkontrolle findet nichts) und habe unklare Schmerzen in Armen und Beinen, primär auf der linken Seite.
Seit Weihnachten schleppe ich zudem eine Erkältung (mit Husten und laufender Nase) mit mir rum, die im Grunde abgeklungen ist, aber das Husten immer noch ganz leicht da ist. Am Hals habe ich dann einen erbsengroßen Knoten festgestellt, den man nur fühlt, wenn man sucht, und der nicht schmerzt. Mein Hausarzt sagt, es sei ein angeschwollener Lymphknoten, was in Anbetracht der Erkältung normal sei, und hat mir dagegen Medikamente verschrieben. Die nehme ich seit knapp einer Woche, aber der Knoten ist immer noch angeschwollen.
Bei der Suche über Google bin ich dann natürlich auch auf HIV gestossen und wenn ich ehrlich bin macht das alles keinen Sinn, da ich (27) in meinen jungen Jahren erst mit 2 Frauen Sex hatte.
Mit 18 hatte ich eine kurze Episode mit einer gleichaltrigen, die damals wohlgemerkt nicht grade das gelbe vom Ei war, aber wir hatten keinen Geschlechtverkehr, haben nur ein bisschen rumgefummelt, aber für mehr wäre ich viel zu nervös gewesen.
Den ersten Sex hatte ich mit 19 mit meiner ersten richtigen Freundin, mit der ich dann auch 3 Jahre zusammen war - das ist jetzt aber auch schon wieder 7 Jahre her. Seit 6 Monaten bin ich wieder in einer Beziehung. Für meine damalige Freundin würde ich aber meine Hand in's Feuer legen - ich bin mit ihr weiterhin gut befreundet und Safer-Sex hat sie immer sehr ernst genommen und hat nicht ziellos durch die Gegend gemacht. Mehr sexuelle Kontakte hatte ich nicht. Mit meiner damaligen Freundin hatte ich natürlich später in der Beziehung auch ungeschützten Sex, es gab auch eigentlich gar keinen Grund, weshalb nicht.
Ich zweifel derzeit ein wenig an der Diagnose Borreliose & Co, weiß aber auch, dass die Diagnostik da ebenfalls sehr schwierig ist (bin auch im Borreliose-Forum aktiv).
Meine eigentliche Frage: Mache ich mich unnötig verrückt? Hätte nicht im Krankenhaus, beim Spezi oder mein Hausarzt dann irgendwann mal den Verdacht auf HIV äussern müssen? Ist es überhaupt naheliegend an HIV zu denken? Ich wüsste nichtmal ansatzweise, woher ich es haben könnte...
Anmeldungsdatum: 11.07.2009 Beiträge: 4717 Wohnort: Bei Basel / CH
Sorry... ich arbeite nebenbei auch. Denn hier verdiene ich nichts. Ich hab nen Freund und Haustiere zu versorgen.
Ich würde bei Dir nicht an HIV denken sondern eher an Borreliose. Das war auch mein erster Gedanke. Ich würde da nochmals nachhacken. Ich hab schon erlebt, dass man beim ersten Test die Borreliose nicht erkannte.
Den HIV-Test empfehle ich Dir aufgrund Deiner Psyche.... und man darf nicht vertrauen. Auch wenn Du Deiner damaligen Partnerin vertraust... einen HIV-Test hättet ihr machen sollen. Wobei ich bei Deinen Symptomen nicht an HIV denke. Ob man im Spital den Verdacht HIV schon mal hatte oder nicht... kann ich nicht sagen. Möglich, dass man dies ohne Dich besprochen hat.
Sorry, war auch nicht vorwurfsvoll gemeint. Man macht sich so schnell selber verrückt.
Ich war heute beim Hausarzt, der HIV aber ebenfalls nicht für sonderlich wahrscheinlich hält, da auch sonst alle meine Laborwerte normal sind (heute neustes Blutbild bekommen) und ich kein Fieber habe und hatte. Einen Test habe ich jetzt trotzdem machen lassen, bis Mittwoch weiß ich mehr.
Um meinen Posttitel zu beantworten: Ja, ich habe mich unnötig verrückt gemacht. Testergebnis Negativ. Da in den letzten 6 Monaten kein Risikokontakt vorlag kann ich das auch akzeptieren. Thema erledigt.
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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