Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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Verfasst am: Sa Nov 27, 2010 1:23 pm Titel: leider zu spät
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Gunda Gast
Seit Februar 2010 hatte mein Papa mit vielen kleineren Wehwechen zu kämpfen, Übelkeit, trockener Husten und immer wiederkehrende Durchfälle, seine Speiseröhre war entzündet und von Soor überzogen. Er hat sich seinem Zustand zunächst über die Hausärzting gewidmet, die ihn von einer Untersuchung zur nächsten schickte. Als sich sein Zustand verschlechterte und er bereits 20 kg abgenommen hatte, ohne dass eine Diagnose gestellt werden konnte, habe ich ihn in die Notaufnahme eines Krankenhauses gebracht. Auch der 2malige Aufenthalt im Krankenhaus, in dem er sich einer Odyssee von Untersuchungen unterziehen mussten, führte zu nichts. Ihm ging es immer schlechter, vor allem die Magen-Darm-Beschwerden machten eine Ernährung zu Hause nahezu unmöglich. Ich entschied mich, ihn in einem anderen Krankenhaus mit einem speziellen Bauchzentrum vorzustellen, einen eigenen Willen hatte mein Vater zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, er war nur noch schwach und ein Schatten seiner selbst.
Die Diagnose, die in diesem neuen Krankenhaus nach dem Eintritt einer Pneumonie gestellt wurde, lautete AIDS VOLLBILD. Das war am 27. Oktober 2010. Mein Vater ist dann nochmals in eine Fachklinik verlegt worden, hat 2 Wochen im künstlichen Koma gelegen und ist am dann am Donnerstag, den 25.11.2010 an einem Herzversagen gestorben. Er hatte keine Kraft mehr, um sein Leben zu kämpfen.
Ich bin tieftraurig und erschüttert, dass 2010 in Deutschland ein solcher Wissensmangel und eine Blindheit auf Seiten der Ärzteschaft besteht. Der zuletzt behandelnde Arzt hat meiner Mama und mir gestern mitgeteilt, dass er sich für seine Kollegen schämt, aber das bringt meinen Papa nicht zurück.
Auch von meiner Seite mein tiefes Beileid! Gleichzeitig möchte auch ich Dir danken, dass Du das Ganze hier gepostet hast. Die Geschichte wird auch zukünftig noch viele unserer Besucher wachrütteln und vielleicht den ein oder anderen dazu bewegen, eben doch einen HIV-Test durchführen zu lassen.
Ich wünsche Euch viel Kraft für das kommende Leben und hoffe, dass ihr gute Freunde habt, die Euch beistehen.
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Ich habe am 29.10.2010 meine Diagnose erhalten. Der behandelnde Arzt hat mir dann gesagt, dass der HIV Test sein letzter Versuch war. Ich hatte ein Krankheitsbild was er sich nicht erklären konnte. Es mag jetzt für Dich und Deine Mutter kein Trost sein (und soll es auch nicht) aber der Arzt erzählte mir dann in einem weiteren Gespräch, das bei Männern die in einer heteosexuellen laganhaltenden Beziehung leben der HIV-Test in der diagnose ganz am Ende des Latein steht. Bei homosexiellen Männern wird der Test bei vielen Krankheitsbildern sofort gemacht.
Er für sich will es aber überdenken und da jetzt von Anfang an dran denken.
Wie gesagt es kann euch kein Trost spenden. Ich wollte euch nur kurz die Erklärung nennen, die ich erhalten habe.
Euch weiter alles Gute und viele Grüße aus HH
Guenni _________________ Positives Ergebnis 29.10.2010
Noch keine Ergibnisse aus den anschließenden Bluttests.
Komplettes Neuland für mich und meine Gefühlswelt.
ich wünsch Dir ganz viel Kraft und auch Mut, sich der Krankheit und den noch immer tief in de Menschen wurzelnden Vorurteilen zu stellen. Ich würde mich freuen, wenn Du berichtest, wie es Dir ergeht.
Übrigens: woher weiß ein Arzt, dass ein lange Jahre Verheirateter nicht auch homosexuelle Kontakte hat?!
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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