Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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Verfasst am: Fr Sep 17, 2010 11:57 pm Titel: keine Ahnung wie es weiter gehen soll...
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bina Gast
Hallo,
Bis vor ein paar Wochen war mein leben noch total normal und ich war glücklich. Bis zu dem Tag an dem mein freund plötzlich aufhörte mich an zu fassen und sogar anfing im Wohnzimmer zu schlafen. Ich hab erst versucht das zu ignorieren bin aber dann irgendwann mit der Tür ins Haus gefallen wodurch dann ein riesen Streit wurde mit dem endresultat das mein freund Schluss machte. Ich verstand die welt nicht mehr... er verschwand für ein paar tage aus unserer gemeinsamen Wohnung. Ich hatte die Vermutung das er mich nicht mehr liebte, aber seine sms zeigten etwas anderes. Er kam irgendwann wieder nach hause und brach in tränen aus. Er sagte mir das er krank sei und ich bitte einen Blut Test machen solle...... da war auch mir klar um was es sich handelte. Meine Welt brach zusammen... ich versuche immer so stark wie möglich vor ihm zu bleiben und für mich käme auch niemals in frage ihn zu verlassen. Er ist der Mensch den ich auf dieser Welt am meisten liebe. Ich wurde negativ getestet worüber ich natürlich erleichtert war, da wir von beginn unserer Beziehung an immer nur mit Pille verhütet haben. Er muss sich schon vor unserer Beziehung infiziert haben also vor ca. 1,5 Jahren. Aber gut geht es mir natürlich nicht. Ihn so leiden zu sehen ist für mich die Hölle auf erden. Dazu kommt noch das ich glaube er will mich zu meinem Schutz verlassen.... wir wissen erst seit Mittwoch unsere Ergebnisse und sind noch nicht soweit um wirklich darüber zu reden... man glaubt man ist in einem Traum aus dem man nicht mehr aufwacht.... ich hab eigentlich nicht wirklich eine frage... ich wollte bloß reden...
erst einmal gut, das Du den Weg hierher gefunden hast, das war eine richtige Entscheidung.
So, nun mal zum eigentlichen. dein Freund ist Positiv und will Dich zu Deinem Schutz verlassen, das muss er nicht tun. Ich finde es absolut klasse, das Du bei ihm bleiben willst, das kann und schafft auch nicht jeder, ich ziehe vor Dir wirklich den Hut. Im Moment ist es für Euch beide nicht einfach. Wie lange ist denn Dein Freund schon Positiv (Testergebnis hat er seit wann)? er muss dringend zur Ruhe kommen und kann Deine Unterstützung gebrauchen, soweit Du das schon schaffst. Aber bleibe selber nicht auf der Strecke, das ist ganz wichtig. Dein Freund kann auch gerne hier in das Forum kommen und sich melden.
Ansonsten geht bei Euch in der Stadt zur Aidshilfe.
Ganz liebe Grüße
Christian _________________ Art-Medikamente:
Truvada [1-0-0], (Tenofovir + Emtricitabin)
Isentress [1-0-1], (Raltegravir)
Wir wissen erst seit ein paar tagen zu 100 Prozent das er positiv ist aber wann er sich genau infiziert haben muss steht noch nicht fest, er muss noch viele tests über sich ergehen lassen. Er schwört aber das er mich nie betrogen hat. Ich kenne ihn sehr gut und weiß das es nicht leicht sein wird mit ihm darüber zu reden... ich hab überhaupt keine angst vor dieser Krankheit, ich hab nur angst davor das er mich verlässt. Er sagt das er mir nicht das leben geben kann das ich verdiene. Keine kinder mit ihm haben...aber da gibts genug wege um trotzdem eine Familie zu sein.. ich weiß genug über diese Krankheit um zu wissen worauf ich mich einlasse und worauf ich achten muss. Für ihn ist es schwer zu akzeptieren das es mir schlechter ohne ihn als mit ihm geht...
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2421 Wohnort: Berlin
bina hat folgendes geschrieben::
Wir wissen erst seit ein paar tagen zu 100 Prozent das er positiv ist aber wann er sich genau infiziert haben muss steht noch nicht fest, er muss noch viele tests über sich ergehen lassen. Er schwört aber das er mich nie betrogen hat. Ich kenne ihn sehr gut und weiß das es nicht leicht sein wird mit ihm darüber zu reden... ich hab überhaupt keine angst vor dieser Krankheit, ich hab nur angst davor das er mich verlässt. Er sagt das er mir nicht das leben geben kann das ich verdiene. Keine kinder mit ihm haben...aber da gibts genug wege um trotzdem eine Familie zu sein.. ich weiß genug über diese Krankheit um zu wissen worauf ich mich einlasse und worauf ich achten muss. Für ihn ist es schwer zu akzeptieren das es mir schlechter ohne ihn als mit ihm geht...
Hallo Bina,
erstmal auch ein Willkommensgruß von mir ... und schön, dass Du den Weg hierher gefunden hast. Ich bin sehr begeistert davon, wie Du mit der Infektion Deines Freundes umgehst - er kann sich glücklich schätzen, Dich zur Freundin zu haben!
Aber ich kann ihn auch verstehen. Er ist im Moment geschockt - er ist in einer Umbruchphase, an der sein ganzes Leben in Frage stellt. Er muss sich erst einmal in diese neue Situation hineinfinden und mit ihr umzugehen lernen. Dazu hat er / habt Ihr wahrscheinlich bislang noch sehr wenig Kontakt zu HIV-positiven Menschen gehabt, so dass Ihr beide auch da erst einmal lernen müsst. Man kann in der Theorie ganz viel über etwas wissen ... wenn es dann aber an die Praxis (und vor allem: die eigene Person) geht, ist es immer etwas anderes.
Wann sich Dein Freund infiziert hast, kann man nicht herausfinden (zumindest wr das zu meiner Zeit noch so) - und es macht, ehrlich gesagt auch keinen Sinn. Erstens ändert es nichts an der Situation und zweitens verbessert es auch nichts, wenn man weiß, bei wem man sich infiziert hat. Denn das ist alles Vergangenheit.
Wichtig sind die Gegenwart und besonders die Zukunft!
Wir sind heutzutage in der glücklichen Lage, dass es gut ausgebildete Fachärzte (Infektiologien, sog. Schwerpunktärzte) und geeignete Medikamente gibt, mit denen man die Infektion in Schach halten kann. Das ist schon ein großer Fortschritt ... denn als ich mein Testergebnis 1994 erhielt, war das noch ein Todesurteil. Heute kann man mit HIV genauso gut leben wie z.B. mit Diabetes (auch das ist eine unheilbare Krankheit): Man muss sein Leben darauf einstellen, sollte sich das Leben aber nicht davon diktieren lassen.
Übrigens hast Du insofern Glück gehabt, dass er Dich nicht infiziert hat, als die "Pille" keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten, auch nicht vor HIV, bietet. Auch wenn Du schreibst, dass Du genug über die Krankheit weißt ... hier gibt es sicherlich noch Informationsbedarf.
Übrigens ist der Kinderwunsch nicht aus der Welt. Es gibt Mittel und Wege - die, wenn ich die Zeitungen in der letzten Zeit richtig in Erinnerung habe - von der Krankenkasse bezahlt werden (künstliche Befruchtung). Bislang war Voraussetzung, dass beide Partner HIV-negativ sein müssen ... das wurde geändert zu Gunsten von HIV-positiven Menschen mit Kinderwunsch.
Du musst - auch wenn es Dir schwerfällt - Deinem Freund erst einmal ein wenig Raum und Zeit geben, um sich selbst zu finden. Die Idee von Chris_LDK ist schon einmal gut: Es gibt in allen größeren Städten Aidshilfen, die oft auch einen psychosozialen Beratungsdienst anbieten. Hier könnt Ihr Euch auch zu zweit beraten lassen.
Und wenn es darum geht, einen Schwerpunktarzt zu finden, schau hier: http://www.dagnae.de/mitglieder/. Es gibt natürlich noch mehr Fachärzte, als hier aufgelistet sind, aber von diesen hier weiß ich, dass sie viel forschen und stetige Weiterbildung betreiben, so dass die Mitglieder immer auf dem neuesten Stand sind.
Ansonsten: Frage uns Löcher in den Bauch, wenn Du nicht weiterweißt. Dafür sind wir da und helfen, wo wir können. _________________ LG - matthias
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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