Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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Verfasst am: Mo Jan 23, 2012 9:59 am Titel: Ich habe echt Angst
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bellboy
Anmeldungsdatum: 21.01.2012 Beiträge: 4
hallo,
wie viele andere hier habe auch ich seit einiger zeit echte angst, mich mit hiv angesteckt zu haben. ich bekomme das kaum noch aus meinem kopf heraus und denke an fast nichts anderes mehr.
meine angst liegt in einem mundpilz begründet, den ein hno-arzt letzte woche bei mir festgestellt hat ("sieht nach einem pilz auf der zunge aus") er hat mir betaisodona zum spülen gegeben, allerdings hat sich der pilz bis heute (5. tag) nicht zurückgebildet, sondern eher noch bis in den rachen ausgebreitet. hinzu kommt, dass ich seit gestern einige schmerzhafte "zipfel" auf der zungenunterseite festgestellt habe, die ich vor einigen tagen definitiv nicht hatte. mein mundpilz hat sich bis dahin durch belag und leichte entzündungserscheinung geäußert.
ich frage mich jetzt natürlich wo ich diesen pliz her habe. man spricht ja immer von einem schlechten immunsystem, wovon ich bislang aber nicht ausgegangen bin. ich mache viel sport, ernähre mich gesund habe aber auch zugegebener maßen durchaus stress im beruf und auch häufig in meiner beziehung. ausgeglichen ist also etwas anderes. dem alkohol bin ich auch nicht abgeneigt, betrinke mich aber nicht regelmäßig. ich bin selten krank und habe höchstens mal einen schnupfen. wieso soll ich also plötzlich ein schlechtes immunsystem haben, das sich in mundpilz äußert, wenn ich zur zeit noch nicht einmal eine erkältung o. ä. habe?
ich nehme zur zeit auch kein antibiotikum, hatte allerdings vor zwei wochen eine op im enddarm und musste mir dort leider einige feigwarzen entfernen lassen, die, so man liest, offensichtlich ebenfalls auf ein schlechtes immunsystem zurückzuführen sind. ich weiß auch nicht, ob bei der op antibiotikum zum einsatz gekommen ist, das für den pilz verantwortlich sein könnte. der doc hat mir zur schmerzbehandlung "nur" ibuprofen 600 verschrieben, das ich auch gerne eingeworfen habe. ich denke also nicht, dass der mundpilz auf die op oder das medikament zurückzuführen ist.
da dies nun die zweite erkrankung ist, die auf ein schlechtes immunsystem zurückzuführen ist, bin ich z. zt. echt am boden. einen test habe ich bereits vereinbart, habe aber totale angst, dort überhaupt hinzugehen.
meine angst, mich infiziert zu haben, kommt sicher nicht von ungefähr. ich bin in meiner beziehung (heterosexuell) jedenfalls nicht immer treu gewesen (mit männern wie frauen). einen risikokontakt habe ich mit ausnahme einer situation vor ca. einem jahr nicht ausmachen können. ich hatte damals passiven sex mit einem mann, der mir ohne sich ein kondom überzuziehen ein oder zwei mal kurz seinen penis eingeführt hat (ein oder zwei bewegungen lang). gekommen ist er nicht in mir. bei oralem sex mit männern habe ich immer darauf geachtet, dass der mann nicht in meinem mund gekommen ist. hier schließe ich eine ansteckung also eher aus. mit fremdem sperma bin ich wissentlich nie in berührung gekommen. trotzdem macht mir meine derzeitige erkrankung sehr zu schaffen. normal ist das jedenfalls nicht.
kann mir vielleicht jemand von euch weiterhelfen, eine einschätzung abgeben o. ä. auch wenn es nur meiner beruhigung dient ?
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2421 Wohnort: Berlin
Beruhigen wird Dich nur ein Test. Wenn der letzte potenzielle Risikokontakt etwa 1 Jahr zurückliegt, ist ein Test ja sofort möglich (Arzt, Gesundheitsamt, Aidshilfe).
Allerdings sehe ich nach dem, was Du schreibst, nicht den Hauch einer Chance für eine HIV-Infektion. Ich sehe nur jemanden, der dringend von dem HIV-Trip runterkommen muss. Und das geht nur mit einem negativen Testergebnis schwarz auf weiß.
Mach' ihn! Mehr kann man nicht sagen bzw. empfehlen! _________________ LG - matthias
ich weiß, dass mir gewissheit nur ein test bringen kann und immerhin war ich so mutig (ich weiß, dass das blöd klingt) einen termin zu vereinbarten. bin aber hin und hergerissen, weil ich so eine panik habe. ich werde wohl hingehen aber ich habe ein echt ungutes gefühl. ich kenne es ja schließlich nicht, krank zu sein und insbesondere nicht in bezug auf ein schlechtes immunsystem.
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2421 Wohnort: Berlin
Dein Immunsystem hat auch ohne HIV Höhen und Tiefen ... und es sorgt dafür, dass Du nicht krank wirst, selbst Du gar nichts merkst ...
Deiner Beschreibung nach musst Du aber echt keine Angst vor dem Test haben. Stell Dir nur einfach mal vor, Du würdest erst in einem Jahr hingehen und dann nach einem negativen Ergebnis feststellen, dass Du ein Jahr lang Ängste und Sorgen hattest, obwohl da gar nichts ist! Dann hättest Du ein Jahr an Lebensfreude wissentlich weggeworfen ...
Mach' den Test - dann sehen wir weiter. Ich drück' Dir die Daumen! _________________ LG - matthias
Vielleicht haben 50% der HIV-Patienten ohne Behandlung mal eine Pilzinfektion, aber der Umkehrschluss ist falsch!
Nicht 50% aller Pilzpatienten sind auch hiv-infiziert
ich hatte letzte woche meinen hiv-termin und gott sei dank ist alles ok. vielen dank an euch, die mir mit ihren antworten geholfen haben, mich ein wenig zu beruhigen und mal wieder durchatmen zu können.
was meinen mundpilz angeht, der ist recht hartnäckig aber was soll's. den bekomme ich auch noch los.
Sicher wirst Du den noch los, aber nochmal, ne Mundpilzinfektion muss zwangsläufig nicht immer was mit einer HIV-Infektion zu tun haben _________________ Art-Medikamente:
Truvada [1-0-0], (Tenofovir + Emtricitabin)
Isentress [1-0-1], (Raltegravir)
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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