Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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Verfasst am: Di März 04, 2008 8:19 am Titel: HIV Spritzen - urban legends
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Marion Administratorin
Anmeldungsdatum: 24.08.2006 Beiträge: 2372
Immer wieder kommt es zu Überlieferungen, die behaupten, dass in Diskotheken Besucher mit Kanülen gestochen werden und dann ein Schriftstück auftaucht in dem eine Message in der Form von "Willkommen im Club der HIV Positiven" steht.
Die gleiche Variante gibt es mit Kinos. Hier setzt jemand auf einen der gut gepolsterten Sitze und wird von einer mit HIV infizierten Nadel gestochen.
Zudem gibt es eine Version, die behauptet, dass in Auswurfschächten von Zigarettenautomaten und Kondomautomaten derartige Spritzen platziert wurden.
Diese Meldungen sind in den Bereich der "urban legends" einzuordnen. Diese urbanen Legenden (also städtische Märchen) werden innerhalb kürzester Zeit von vielen Personen (meist gleichen Alters) aufgegriffen und verbreiten sich rasant schnell. In praktisch jedem Land dieser Welt existieren derartige Falschmeldungen. In 99,999% der Fälle sind diese nicht mit wahren Inhalten zu untermauern.
Vor Kurzem gab es in Donaueschingen einen Fall, bei dem ein Partybesucher mit einer Kanüle gestochen wurde. Der Verursacher sagte darauf etwas in der Art von "So, das war's!". (siehe Artikel auf suedkurier.de) Ob die Kanüle im genannten Fall mit HIV positivem Blut versehen war, ist aber auch nicht bekannt!
Abgesehen davon ist es sehr unwahrscheinlich, sich über eine Kanüle mit HIV zu infizieren. Eine Infektion ist praktisch gesehen nur dann möglich, wenn frisches, HIV positives Blut an der Kanüle ist. Dieses Blut muss zudem eine hohe Viruslast besitzen und der Einstich müsste besonders tief erfolgen, um eine HIV-Infektion wahrscheinlich zu machen. Gerade bei Junkies ist dies beispielsweise der Fall. Ein "normaler" Stich führt meist zu keiner Infektion. Zudem kann das Infektionsrisiko auch nach einem Stich mittels Postexpositionsprophylaxe (PEP) massiv minimiert werden. Informationen hierzu gibt es in jedem Krankenhaus, beim ärztlichen Notdienst oder bei jedem anderen Arzt. Die PEP muss zeitnah erfolgen - je schneller agiert wird, desto besser.
Ziel dieses Beitrags:
Bevor Sie bzgl. eines derartigen Falls bei der Polizei nachfragen (was bei urban legends sehr häufig vorkommt), sollten Sie der Sache auf den Grund gehen. Erzählen kann man viel - wenn ein derartiger Fall der Wahrheit entspricht, so kann dies umgehend der (lokalen) Presse entnommen werden. So etwas macht sehr schnell die "offizielle Runde" - aber eben nur, wenn es auch stimmt. _________________ HIV-Symptome | HIV Factsheet - das kostenlose Ebook
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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