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Verfasst am: Do Jan 26, 2012 10:57 am Titel: HIV Phobie
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lisa-cool
Anmeldungsdatum: 26.01.2012 Beiträge: 7
Hi, ich habe seit mehreren Monaten eine HIV Phobie, bin auch derzeitig in therapeutischer Behandlung. Ich hatte echt große Fortschritte gemacht, ich hatte keine Angst mehr im Alltag (vor Türklinken, Schuhen, Toiletten, Hände schütteln) ... Doch dann eines Tages vor ca. 1 Woche hatte ich einen starken Rückfall.
Der Tag begann wie jeder Tag aufstehen, anziehn usw. als ich mir dann die Schuhe zu gemacht habe (Sneaker), habe ich gemerkt, dass vermutlich Blutreste an ihnen klebten. Natürlich hatte ich die Schuhe beim Zubinden bereits berührt. Nun dachte ich mir erst nichts dabei und hab einfach meine Hände gewaschen und die Schuhe gereinigt, soweit so gut. Die Schuhe standen ja auch ca 11 Std. herum.
Im Nachhinein hab ich dann eine kleine Verletzung an meinen Händen gesehen, Blutete zwar nicht, war gerade so zu.
Jetzt frage ich mich natürlich wieder mal, ob ich mich dabei nicht doch mit HIV infiziert haben könnte :S ?!?
Würde mich über eine Antwort von Euch freuen. Ist es denn möglich sich so zu infizieren wenn man auf der Straße in Blut reinlartscht und dann dieses Blut auf Wunden kommt?
Was wäre wenn das Blut da schon länger war und ich dieses schon öfters berührt habe beim Schuhe zu binden ohne es gemerkt zu haben?
Bitte antwortet mir auf die Fragen, und erklärt es mir ruhig, langsam und plausibel. WIe gesagt ich leide an einer Phobie, kann mit niemandem gerade darüber reden weil mein Therapeut für 2 Wochen im Urlaub ist (
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2421 Wohnort: Berlin
Wenn von 82 Millionen Menschen in Deutschland 73.000 HIV-infiziert sind ... wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Blut auf der Straße von einem HIV-positiven Menschen stammt? Richtig - sie liegt bei 0,08%. Davon muss man aber noch abrechnen, dass positive Menschen im Normalfall sehr viel umsichtiger und nicht so gedankenlos agieren wie »Nicht-Betroffene«.
Wenn Blut 11 Stunden an der Luft ist, ist es furztrocken - und das HI-Virus kann nur in feuchtem Milieu aktiv sein.
Wenn eine Wunde »zu« ist (d.h. es kommt nicht heraus) - wie soll dann etwas hineinkommen?
Und vor allem: Man kann sich nur infizieren, wenn die andere Flüssigkeit infektiös ist. Womit wir wieder bei der Wahrscheinlichkeit wären ...
Ich will Dir nicht zu nahe treten ... aber mit etwas Logik und Nachdenken kommt man hinter Vieles und muss nicht zur Phobikerin werden. Und auf »was wäre, wenn...« Diskussionen lasse ich mich nicht ein. Die bringen nämlich nichts. Außer vielleicht die Frage »Was wäre, wenn ich keine HIV-Phobie hätte«. _________________ LG - matthias
Danke schonmal für diese 1. Antwort Matthias , Ja ich weiß, das mit der Logik und so weiter. Du hast ja Recht, aber wenn ich keine Probleme hätte dieser Logik zu folgen wäre ich ja nicht in Behandlung oder?
Eine letzte Frage habe ich aber noch: Ich habe mal etwas gelesen, dass eine Ansteckung über Schuhe (Blut) , oder über Besteck (Blut), selbst wenn an diesem Blut wäre, zu indirekt sei. Sprich der Übertragungsweg sei zu indirekt und die anzunehmende Menge, die in den Blutkreislauf gelangen könnte zu gering.
Was ist daran wahr?
Liebe Grüße,
Sei nicht genervt ich mache das nicht mit Absicht!
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2421 Wohnort: Berlin
Na, bei so einem Kompliment muss ich ja antworten
Im Prinzip stimmt die Aussage auch. Infektiöse Flüssigkeit muss direkt in ausreichender Menge in eine offene Wunde oder an weiche Schleimhäute gelangen, um die Infektion weitertragen zu können - wobei eine Infektion auch dann nicht zwangsläufig stattfinden muss.
Indirekte Infektionen sind zwar nicht ausgeschlossen, aber sie liegen im Bereich von 0,0001% der Wahrscheinlichkeit. Dazu müssten aber auch Blutssen oder Meere von anderen infektiösen Flüssigkeiten auf extrem saugfähiges Trägermaterial traffen, damit eine ausreichende Menge infektiöse Flüssigkeit transportiert werden kann. Bei dem Besteck-Beispiel würde man eine potenziell gefährliche Menge an Blut deutlich sehen - und würde das schon aus hygienischen Gründen weglegen. Und wo man kaum etwas sieht, ist auch kaum etwas da, ist auch das Infektionsrisiko so gut wie nicht vorhanden.
Und: Beim Transport über Schuhe z.B. wird die Blutmenge (um bei dem Beispiel zu bleiben) mechanisch durchs Laufen abgestreift. Bei jedem Schritt geht etwas verloren - und das ist in diesem Falle auch gut so.
Übrigens: Von den 73.000 infizierten Menschen, über die ich oben sprach, sind etwa 2/3 in medikamentöser Behandlung. Bei den meisten ist die Viruslast unter der Nachweisgrenze, d.h. sie gelten schon gar nicht mehr als infektiös. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit noch einmal um ein großes Stück.
Wie Du siehst, muss man sich schon gewaltig anstrengen, um sich zufällig mit HIV zu infizieren ... _________________ LG - matthias
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2421 Wohnort: Berlin
Kein Problem!
Aber Alexandra, Chris, Marion und viele andere werden Dir genauso helfen und deine Fragen beantworten! Wir freuen uns aber immer, wenn Leute vor den Fragestellungen etwas nachdenken ...
Dir auch einen schönen Tag! Ich werde heute Abend in Paderborn aus meinem Buch lesen. Da gibt es hinterher auch immer viele Fragen, die ich dann beantworte ... _________________ LG - matthias
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2421 Wohnort: Berlin
»Endlich mal was Positives« ... den Link zur Website findest Du - wie auch einen kleinen Film über mich - in meiner Signatur ... da kannst Dich gerne mal umschauen _________________ LG - matthias
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2421 Wohnort: Berlin
Schau einfach auf meine Homepage, schau Dir auch die Presseberichte an und das Gästebuch - da bekommst Du einen guten Eindruck (kostet nix!) ... das würde jetzt hier echt zu viel _________________ LG - matthias
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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