Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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Hi, ich bräuchte mal einen Rat, eine Erdung, einen Tritt, eine ehrliche Meinung, was auch immer.
Ich weiss seit ca. 10 Monaten, dass ich positiv bin (Therapie auch seit 10 Monaten und derzeit knapp über der Nachweisgrenze) , mein Freund (6 Jahre zusammen) ist negativ. Wir leben zusammen und wir beide passen in normalem Umfang auf, meinen Freund keinem Infektionsrisiko auszusetzen. Aber gerade ist etwas Merkwürdiges passiert. Mein Freund war übernacht auf einem Seminar. Ich bin also alleine morgens aufgestanden, habe geduscht , mich rasiert und dabei ist mir aufgefallen, dass mein Freund meinen und nicht seinen eigenen (Nass-)Rasierer mitgenommen hat.
Beim Frühstück habe ich ihm erzählt, dass mir aufgefallen sei, dass er den falschen Rasierer mitgenommen hat und da ist er total ausgetickt (und ins Hotel gezogen). Sein Vorwurf (für mich durchaus rational nachvollziehbar), ich hätte ihn sofort anrufen müssen, damit er nicht meinen Rasierer benutzt. Indem ich das nicht getqn habe, habe ich die bewusste Entscheidung getroffen, sein Leben einem Risiko auszusetzen. Ich habe aber morgens um sechs Uhr einfach nicht daran gedacht (meine Schuld). Es ist so banal ... Aber die grundsätrzliche Frage die mich jetzt beschäftigt:
Wo beginnt und wo endet meine Verantwortung. Welche Verantwortung obliegt mir als HIV-Positivem. Ich meine hier kein "Bauchgefühl", oder "so hätte ich das gemacht", sondern bin auf der Suche nach einer ganz konkreten Antwort oder wenigsten konkreten Gedanken, die einer moralischen ethischen Betrachtung standhalten. Für mich ist das , unabhängig vom Bestand meiner Partnerschaft, immens wichtig. Kann das hier jemand nachvollziehen?
Selbstverständlich habe ich die Pflicht, einen Sexualpartner vorher über meine Infektion zu informieren - darüber will ich gar nicht diskutieren. Aber wo verläuft im normalen Zusammenleben die Grenze meiner Verantwortung. Ist die definierbar? Kann man sich dieser Grenze annähern? Gibt es die überhaupt? Oder bin ich grundsäztlich immer und in jeder Situation in der vollen und alleinigen Veantwortung?
Sorry, falls meine Orthographie zu wünschen übrig lässt, aber die Geschichte ist heute passiert und ich habe das jetzt einfach so hier reingetippt. Ich weiss gerade nicht, wo oben und unten ist ... Danke jetzt für Eure Meinungen ...
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2421 Wohnort: Berlin
Ich fasse es nicht ... Dein Freund soll sich gehackt legen:
1.) Wenn er die Nassrasierer verwechselt, macht er den Fehler.
2.) Du bist nicht verpflichtet, alle 15 Sekunden zu checken, ob alles in Ordnung ist.
3.) Dir vorzuwerfen, Du hättest bewusst seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt, zeugt davon, dass er überhaupt keine Ahnung von dem hat, was Dich bewegt, Dich belastet und Dein Leben durchaus beeinflusst ... und ihm Deine Gefühle völig egal sind.
4.) Man infiziert sich nicht an Nassrasierern, auch wenn das gerne geglaubt wird. Wer Nassrasierer benutzen kann, wird sie nach dem Rasieren auswaschen - damit sind auch evtl. Blutreste weg. Und wer den Rasierer nicht abwäscht, ist selbst ein Schwein ...
5.) Du solltest Deinen Freund mal fragen, ob er sich wirklich noch als »Dein Freund« fühlt oder ob er Ausstiegsszenarien provizieren will.
6.) Das Prinzip der geteilten Verantwortung, das beim Sex gelten sollte, gilt auch im Alltag: Jeder ist für sich selbst zuständig - auch wenn es richtig ist, aufzupassen.
7.) Es ist NICHT Deine Schuld! Du bist vielleicht positiv, aber deswegen nicht zwangsdevot. Schmink' Dir das mal ganz schnell ab.
8.) Du machst alles richtig: Du machst die Therapie und bist auf dem besten Wege, unter die Nachweisgrenze zu kommen.
9.) Und deshalb hast Du nicht mehr Verantwortung als sonst. Lass' Dir das bloß nicht einreden! Ich gehe fest davon aus, dass Du ohnehin mehr aufpasst als üblich - aber wenn dein Freund daraus ableitet, dass er die Verantwortung für sich abgeben und auf Dich abwälzen kann, ist kindisch, dumm und hässlich.
So einen Freund kann man in die Tonne treten. Das solltest Du ihm auch sagen - denn so zeigt er sich als jemand, der weder Anstand, noch Takt noch Verständnis hat. Und so jemand ist kein Freund. _________________ LG - matthias
Ich stimme Matthias da voll und ganz zu. Die Reaktion deines Freundes ist völlig irrational. Könnte es vielleicht sein, dass er nur einen Vorwand sucht?
Man infiziert sich weder an gemeinsam benutzten Rasierern, Zahnbürsten oder Socken. Dein Freund sollte sich dringend noch mal ganz genau über die Übertragungswege informieren lassen!
Wenn er mit nem Positiven zusammen ist, dann hat nämlich auch ER die Verantwortung über deine Krankheit bestens informiert zu sein um eben nicht solche abwegigen Ängste zu hegen.
Ich gebe den Vorrednern uneingeschränkt Recht, es ist seine Verantwortung, und außerdem ist das Risiko gleich Null, er hat ihn ja nicht zeitnah nach dir verwendet. Man kann nur sich selber schützen, und du hast nicht fahrlässig gehandelt oder gar Vertrauen missbraucht, solche Sachen passieren, und der "Gesunde" soll sich gefälligst hüten, auch nur ein bisschen "Sonderrechte" für sich in Anspruch zu nehmen.
Selbst WENN die beiden ihn gleich nacheinander benutzt hätten...............an einem Rasierer kann man sich nicht infizieren!!
Hat er denn auch Angst das gleiche Messer wie du zu benutzen? Könntest dich ja damit geschnitten haben. Oder dein Sperma auf die Hand zu bekommen? Ausversehen die Zahnbürste zu vertauschen? etc, etc
Bei solchen Ängsten wäre eine entspannte, harmonische Partnerschaft für mich gar nicht möglich. Da käme ich ja gar nicht mehr zur Ruhe.
Er sollte sich dringend noch einmal aufklären lassen.
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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