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Verfasst am: Di Jul 06, 2010 6:56 pm Titel: frischer Infekt: gleich mit Medikamenten behandeln?
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frischer_infekt Gast
Hallo, ich bin vor vier Wochen mit 40 Grad Fieber in eine Klinik eingeliefert worden, dort wurde erst Krebs vermutet und dann HIV an Hand eines RNA Nachweises festgestellt (keine Antikörper, es war offenbar eine ganz frische Infektion). Dann kämpfte ich zwei Wochen mit mehr oder weniger Fieber (37 -38 Grad), absoluter körperlicher Schwäche und permanenter Müdigkeit. Das ist immer noch nicht ganz weg, ich fühle nach vier Wochen immer noch einfach krank und schwach.
Vor zwei Wochen wurde zum ersten Mal Viruslast und CD4 Helferzellen bestimmt (4,5 Mio Viren und 340 CD4). Zweiter Test folgt jetzt diese Woche.
Ich muss mich dann für oder gegen einen Therapiebeginn entscheiden und darf die Therapie nie mehr unterbrechen (sagt der Arzt).
An welchen Kriterien mache ich diese Entscheidung fest?
Einerseits will ich mich endlich wieder besser fühlen und "gesund" werden, andererseits fürchte ich, lebenslang (wie lange immer das sein mag) mit den Nebenwirkungen der Medikamente kämpfen zu müssen (ich nehme erfahrungsgemäß nämlich alles mit, was im Beipackzetel steht!)
Könnt ihr mir da beratend helfen?
also mit den Werten würde ich mit der Therapie nicht zu lange warten. Ich habe mit 100.000 Viruslast und 283 Helferzellen angefangen.
Was hat Dir denn Dein Arzt geraten? In welche Richtung tendiert er denn? eines muss Dir auf jeden Fall klar sein. Wenn Du Dich für die Therapie entscheidest, dann musst Du Konsequent die Medikamente nehmen, jeden Tag, 7 Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr. Der Arzt wird Dir vermutlich eine Kombination vorschlagen, die auf deine Lebensgewohnheit abgestimmt ist. Ich selber nehme 3 Tabletten am Tag (2 morgens und 1 abends) und ich fühle mich pudelwohl, ohne irgendwelche Nebenwirkungen. Die Viruslast ist unter der Nachweisgrenze und die Helferzellen steigen wieder an.
Warte nicht zu lange mit dem Therapiebeginn (vielleicht noch 1 bis 2 Monate) bis der sogenannte setpoint erreicht ist...sobald Antikörper da sind, werden diese erste mal den Virus bekämpfen. Sollten aber Deine Helferzellen rasch absinken, warte dann nicht mehr.
Heute neue Ergebnisse: 3,7 Mio Viren und 530 CD4
Es wird also besser, allerdings ist die Last immer noch sehr hoch.
Vereinbarung mit dem Arzt: Kontrolle in drei Wochen, wenn die Virenlast dann nicht signifikant gesunken ist, müßte eine Therapie beginnen.
ja das denke ich, ist auch besser so. Irgendwann schaffen das Deine Helferzellen halt nimmer und das muss ja nicht sein.
Eine medikamentöse Therapie ist kein Weltuntergang. Ich selber nehme ja Isentress und Truvada und das sind 3 Tabletten am Tag. Absolut sehr gut verträglich und sehr wirkungsvoll.
Ich drücke Dir die Daumen und melde Dich wieder, wäre schön zu hören, wie es Dir geht.
Hi Chris, du hast ja offenbar recht kurz nach der Infektion mit der Therapie begonnen. Hast du dabei den Setpoint abgewartet oder was waren die ausschlaggebenden Gründe, zu diesem Zeitpunkt eine Therapie zu beginnen?
Ich frage deshalb, weil ich bezüglich einer Entscheidung unsicher bin. Es geht mir im Moment einigermaßen gut, ich sehe einen Aufwärtstrend im Wohlbefinden (und auch in den Werten).
Aber wenn ich in drei / vier Wochen wieder neue (und vermutlich bessere) Werte habe, wie soll ich die dann interpretieren?
Einerseits sind die Helferzellen jetzt schon über 500, das spricht gegen eine Therapie.
Aber die Virenlast ist mit 3,7 Mio noch sehr hoch und scheint nur langsam zu sinken (um 0,6 Mio in den letzten 13 Tagen --> mathematisch also rund 50 T pro Tag ... ). Das heißt, ich brauche noch rund 75 Tage (2,5 Monate). Sollte ich so lange warten und hoffen oder mir einen Höchstwert setzen und daran Ende Juli die Entscheidung für/gegen eine Therapie festmachen? Und was wäre dieser Wert? 1 Mio oder 500T oder was anderes?
Ich habe mit der Therapie so früh angefangen, weil ich mich auf 100.000 eingependelt habe und die CD4 lagen bei 283. Es wurde halt Zeit.
Dir würde ich raten, die mit Deinem Arzt zu unterhalten, ich finde Deine Viruslast viel zu hoch, mein SPA hätte Dir zu einem Therapiebeginn geraten. Aber jeder SPA behandelt das anders.
Wenn Dein SPA sagt, das Du noch warten kannst, dann warte. Aber bitte nimmer zu lange.
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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