Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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Verfasst am: Mi Nov 16, 2011 6:31 pm Titel: Es geht mir schlecht...
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Depp79 Neues Mitglied
Anmeldungsdatum: 09.11.2011 Beiträge: 18
Hallo,
Zuerst einmal ein großes Lob und einen großen Dank an dieses Forum und alle die daran beteiligt sind. Durch dieses Forum geht’s mir manchmal ein wenig besser, leider aber immer nur für kurze Zeit. Es hilft aber, gehört und verstanden zu werden und das ist hier definitiv der Fall.
Meine Geschichte ähnelt der von einem anderen Poster, ich möchte hier aber meine Situation genau schildern.
Ich bin 32 Jahre alt, verheiratet und meine Frau ist aktuell auch wieder schwanger. Eigentlich ist mein Leben perfekt, wäre da nicht dieser eine Ausrutscher gewesen…
Vor fast 6 Wochen war ich nach einer durchzechten Nacht mit Freunden in einem Club und hatte da was mit einer Prostituierten laufen. Es kam zum GV an den ich mich(wegen des Alkohols) nicht mehr genau erinnern kann.
Allerdings gab es einen Zwischenfall der mir irgendwie hängen geblieben ist, nämlich, dass die Dame mir ein neues Gummi anzog. Ob das erste geplatzt war, weiss ich nicht, gefragt habe ich auch nicht da ich einfach zu betrunken war...Ich redete mir nachher ein, wenn er geplatzt wäre , hätte ich es doch merken müssen und auch sehen müssen…Aber Gewissheit hab ich keine…
Ich weiss also nicht genau was gelaufen ist und bin 2 Tage später zu einem Arzt gegangen, weil ich zu sehr schiss hatte. Der Arzt hat mir wegen meiner familiären Situation PEP verschrieben.
Ich habe die PEP also 28 Tage lang genommen und gut vertragen. Allerdings traten einige Symptome auf die mich jetzt am Erfolg der PEP Zweifeln lassen. Ich hatte Nachtschweiß, geschwollenen Lymphknoten, belegte Zunge, Unwohlsein, ...
Ich war nach der PEP in einem HIV Test. Der Test fiel Negativ aus. Das sollte mich beruhigen, denn Arzt und Krankenschwester sagten mir, sie hätten nach einer PEP noch nie (+-20 Jahre Berufserfahrung, Schwerpunkärztekammer von 5 Aerzten) jemanden positiv getestet.
Allerdings beruhigt mich der letzte Test in keinster Weise. Im Gegenteil, ich gehe seit diesem Vorfall den Weg durch die Hölle, mein Kopfkino ist voll am Laufen und für mich steht die Diagnose jetzt schon fest…Positiv.
Ich bekomme diese Gedanken nicht aus meinem Kopf, es geht mir sehr schlecht und ich muss jedoch täglich arbeiten gehen und meiner Frau und meinem Kind heile Welt vorspielen. Und das ist so verdammt schwer.
Ich bin extrem antriebslos, mache keinen Sport mehr, bekomme Mahnungen von unbezahlten Rechnungen da ich keine „Energie“ habe mich mit solchen Dingen zu befassen, melde mich nicht mehr bei Freunden….Mein Leben entgleitet mir irgendwie und gut geht es mir eigentlich nur wenn ich schlafe…
Meine größte Angst ist allerdings die, meine Tochter angesteckt zu haben, da sie an Fieber litt und auch Ausschlag hatte. Wie es dazu gekommen sein könnte? Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:
Ich biss einmal in einen Apfel und gab ihn danach meiner Tochter. Da traf mich sofort der Schreck, da ich leichtes Zahnfleischbluten hatte, sie hat also mein Blut geschluckt genau wie in der zweiten Situation. Hier hatte sie mich gekratzt und da ich sie dann leicht beschimpfte, nahm sie ihre Finger in den Mund und weinte. Im Badezimmer bemerkte ich dann, dass ich leicht blutete, meine Tochter also auch hier von meinem Blut eventuell etwas geschluckt haben könnte. Sowas könnte ich mir nie verzeihen, und ich wüsste nicht wie ich damit umgehen könnte…
Ich weiß nicht ob hier jemand meine Situation nachempfinden kann, die Situation ist so komplex. Fakt ist, das Leben bereitet mir im Augenblick keine Freude und die bekomm ich so schnell nicht wieder…
Das wollt ich mal loswerden, denn das kann ich nur hier tun. Hier im Forum gibt es ja vielleicht Leute die mich ein wenig beruhigen oder aufmuntern können während der nächsten 6 Wochen(bis zum Test) damit ich diese schwerste Zeit in meinem bisherigen Leben so gut wie möglich zu überstehe. Was danach kommt steht noch in den Sternen..
eigentlich sitze ich hier und schüttel meinen Kopf. Den schüttel ich, weil du mir auf der einen Seite absolut leid tust und auf der anderen Seite ich gar nicht weiß, wie man dir helfen kann.
Du bist negativ getestet und glaubst es nicht. Dazu dein grundtief schlechtes Gewissen!! Das ist wahrlich noch schlimmer als eine handfeste positive Diagnose. Und ich möchte gar nicht wissen, wie du reagierst, wenn dein weiteres Testergebnis ebenso negativ ausfällt. Es ist dein Unterbewusstsein, was dir zur Zeit höllisch deine Chemie durcheinander bringt!!
Zu deinem Kontakt damals kann ich dir nur sagen, dass die allermeisten Prostituierten clean sind und peinlich darauf auchten, es auch zu bleiben!! Da ihr "saver-Sex" betrieben habt, ist die Chance ebenso sehr unwahrscheinlich, dass du nun den Virus in dir trägst. Das zeigt auch dein Testergebnis. Einzig und allein dein schlechtes Gewissen und der Schreck, dass du deine Frau hintergangen hast, machen dir nun so zu schaffen, dass du saft- und kraftlos in allem bist.
Ich kann dir nur einen Rat geben.. google nicht so viel, hör nicht so tief in deinen Körper rein. Etwas finden zu wollen, was nicht da ist, zeigt sich dann aber umso mehr und das macht wirklich krank!!
So denke ich auch nicht, dass du deine Tochter angesteckt hast. Zur Virusübertragung (ist er denn vorhanden) gehört tatsächlich schon sehr viel mehr Blut, als nur ein paar Spuren davon.
Aufmunternd waren meine Sätze jetzt bestimmt nicht aber sie entsprechen der Wahrheit.
Lass dich einfach nicht hängen, denke an diejenigen, denen es wirklich schlecht geht!!
Liebe Grüße,
Hoffnung _________________ Die Welt ist mir ... es liegt bei mir etwas zu bewegen!!
Anmeldungsdatum: 07.10.2011 Beiträge: 89 Wohnort: Frankfurt am Main
Volldepp, da kommen derzeit bei dir mehrere Faktoren zusammen:
Die mögliche HIV-Infektion, deine unheimlichen Schuldgefühl und Symptome, die vermutlich ganz anderer Herkunft sind. Deine Psyche spielt dir derzeit einen Streich und das nicht zu knapp.
Um dich zu berühigen: Du hast mit mit sehr großer Wahrscheinlichkeit mit einer HIV-negativen Prostituierten Sex gehabt, da (wie auch Hoffnung2011) die Prostituierten hier in Deutschland peinlichst genau darauf achten.
Darüber hinaus war das Infektionsrisiko deutlich geringer als bspw. bei ungeschützten Analverkehr. Ich will HIV nicht verharmlosen, es ist aber definitiv so.
Zu deinem Test: 6 Wochen ist schon ein sehr gute Tendenz. Und er war negativ.
Du kannst in der 8 oder 10 Woche noch mal einen Test machen. Danach wird sich in der allermeisten Fällen auch nichts mehr am Status ändern.
tja was soll ich sagen. Genau dasselbe in Grün wie bei mir. Ich hatte allerdings keine PEP (die mich wahrscheinlich etwas beruhigt hätte).
Mein Chef hat mir irgendwann, als nach über einem viertel Jahr keine regelmässigen Berichte mehr kamen, die Pistole auf die Brust gesetzt. In der Arbeit war ich zu der Zeit nur zum "Spass". Ich kann nachfühlen was Du durchmachst, aber hey, da ist nichts. Ehrlich. Es wird so ausgehen wie bei fast allen Prostituierten "Geschädigten" - negativ. das einzige ist das schlechte Gewissen Deiner Frau gegenüber. Und da rate ich Dir wirklich, das schnell in Griff zu kriegen. Ich konnte zum Schluss nichts mehr vorspielen und der Druck wuchs und wuchs. Dann habe ich alles zugegeben und dachte mir, so jetzt ist es aus. War es aber dann doch nicht. Allerdings leidet das Sexleben bis heute. Und das muss echt nicht sein. Glaub mir, alles safe.
Gruss
beepop1 _________________ Öffne Dein Herz für die Schönheit der Natur.
Zum Thema Prostituierte : Ich bin jetzt seit nem guten Jahr hier im forum und hab noch nix mitbekommen das sich jemand bei einer Prostituierten mit Hiv angesteckt hat.
Das Gewissen ist bei den meisten das größte probkem, und damit muss man selber klar kommen
Danke erstmal für die aufmunternden Worte. Denn das waren sie! Heute morgen gings mir wieder total beschissen, hatte Nachtschweiß und bin 3 mal stündlich aufgewacht.
Nun hab ich Eure Nachrichten gelesen und es geht mir gleich ein bisschen besser.
Ich bin mir schon bewusst, dass mein schlechtes Gewissen eine Rolle spielt. Würde mich freuen wenns nur das Gewissen wäre!
Gewissheit werd ich erst in einigen Wochen haben, aber ich denke ich werde noch einen Test nach der 8ten Woche machen. Der sollte mich beruhigen.
Aber wie schon gesagt, es ist soverdammt schwer.
Bin kein Mensch mehr, und habe nochmals einen Termin beim Psychologen der Aidsberatung angefragt...
Depp79
Mich würde interessieren wie deine Frau darauf reagiert hat, wenn das nicht zu indiskret ist
oder an alle,
Wie reagieren Frauen darauf, dass ihr Partner fremdgegangen ist.
Mir ist schon klar, dass alle Frauen da anders sind, aber trotzdem, vielleicht reden ja hier einige aus Erfahrung. Umgekehrt gilt natürliuch auch, also wenn die Frau fremd ging....
Denke, dass eine HIV positive Diagnose das Ganze nochmals komplizierter macht??...
Diese Frage kann ich dir persönlich so nicht beantworten, da ich meinem jetzigen Partner nicht fremdgegangen bin und ebensowenig umgekehrt.
Und ich wüsste auch nicht, wie ich reagieren würde. Natürlich wäre es ein Schlag ins Gesicht dennoch kommt es auf die Beziehung an, wie stabil sie ist.
Auch würde ich unterschiede machen: Ist es ein einmaliger bezahlter Ausrutscher oder steckt mehr dahinter.
Bei ersterem wird die Frau nicht das Gefühl haben, gegen eine fremde Macht ankämpfen zu müssen .. oder doch?? Ich weiß es wirklich nicht und denke dass man Antworten auf deine Frage einfach nicht pauschalieren kann. _________________ Die Welt ist mir ... es liegt bei mir etwas zu bewegen!!
Deine Frage ist nicht zu indiskret. Sie ist mir natürlich um den Hals gefallen und hat mich geküsst und gelobt das es richtig war was ich gemacht habe.
Nein im Ernst: total beschissen war's . Sie wurde ganz ruhig und blickte ernst, dann redete Sie und begann zu weinen. Und das hat mich mehr getroffen, als wie wenn Sie gleich geschrien und getobt hätte. Das kam später. Dann habe ich einige Zeit woanders geschlafen und sie wollte überlegen, wie es weitergeht und ob es weitergeht. Und bis heute halten die Vorhaltungen manchmal an. Allerdings nicht aus heiterem Himmel, sondern wenn es um diese Themen geht. Am schwersten war es für sie, nicht Ihrer Linie treu zu bleiben und zu gehen. Das wollte sie eigentlich tun.
Ich seh das ganze Beziehungsmuster seither mit anderen Augen.
Kein Mann und auch keine Frau kann am Beginn einer Beziehung sicher sagen, sie gingen nie fremd. Wenn eine Beziehung lange Jahre dauert und man sich in und auswendig kennt, schafft das auf der einen Seite eine Vertrautheit, aber auf der anderen Seite kann gerade im sexuellen Bereich Frust aufkommen. Und da gibt es dann die, die regelmaessig fremdgehen, es gibt aber auch Situationen, in denen es einfach passieren kann. Diese Menschen gehen nicht mit dem Ziel abends aus heute fremdvoegeln zu wollen, sondern sie rutschen da hinein. Und hier sollte man verzeihen. Aber wie gesagt jeder reagiert anders.
Gruß
beepop1 _________________ Öffne Dein Herz für die Schönheit der Natur.
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