Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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Anmeldungsdatum: 27.02.2011 Beiträge: 193 Wohnort: Berlin
Hallo Michael
Darf ich mich vorstellen?---> Berliner Mutti und Ehefrau, 41 Jahre alt, unsere Tochter wird im November 11; mein Mann ist 54 und genau wie die Kleine negativ.
Ich kenne das Problem "Wie sage ich es meinem Kinde" nur zu gut.
Allerdings ist unsere Tochter tatsächlich noch ein "Kind" und kann daher nicht wirklich überblicken, was es bedeuten könnte, die Infektion ihrer Mutter in die Weltgeschichte hinaus zu posaunen.
Meine größte Sorge besteht darin, dass Eltern ihren Kindern verbieten könnten, mit unserem Mädchen zu spielen, wenn sie davon erführen.
Auch eine Ausgrenzung innerhalb der Klassengemeinschaft KÖNNTE die Folge sein.
Andererseits möchte ich ihr davon nicht erzählen müssen und zeitgleich darauf hinweisen, dass es "unser Geheimnis" bleiben müsste.
Es wäre schließlich schon schlimm genug für das Kind mit dem Damoklesschwert einer Krankheit Leben zu müssen (verharmlosen würde ich solch eine Geschichte ja auch nicht wollen), da soll sie nicht auch noch eines dieser häufigen "Familiengeheimnisse" hüten müssen.
Eine sehr nette Frau aus der Schweiz ist mir ein Vorbild.
Sie hat 2 Kinder im Alter von 5 und 9 Jahren. Sie lebt sehr öffentlich mit ihrer Infektion und die Kinder haben wohl keinerlei Nachteile dadurch.
Dennoch traue ich mich nicht, den gleichen Schritt zu wagen.
Keinesfalls wegen mir selbst.
Ich wäre zwar auch sehr gekränkt, würde man mich meiden, doch sollte ein Mensch mir deshalb die Freundschaft kündigen wollen, wüßte ich,was ich nachträglich von ihm zu halten hätte.
Allerdings sind eure Kinder ja schon erwachsen. So müsstet ihr wegen dieser Dinge keiner Sorge mehr haben.
Ich an eurer Stelle würde es ihnen jeweils einzeln erzählen.
Eventuell in Briefform, so kann keiner sagen: "Mir haben sie mehr vertraut, mir haben sie es zuerst erzählt"
Es wird sicher jedes "Kind" anders darauf reagieren. Es kann euch sogar passieren, dass sich das ein oder andere zunächst einmal abwendet, doch das gibt sich wahrscheinlich wieder.
Es ihnen nicht zu sagen, käme einem Vertrauensbruch gleich, meiner Meinung nach.
Sie sind alt genug, sie müssen lernen mit Problemen umzugehen und sie werden es lernen.
Ihr wart jahrelang für sie da, nun können sie mal zeigen, dass sie für euch da sein können.
Und die meisten "Kinder" sind auch recht dankbar, wenn sie sich auch einmal "hilfreich" und "verständig" ihren Eltern gegenüber zeigen können (ich denk da an meine Jugendzeit, wie gerne hätte ich mich mal "erwachsen" gegenüber meinen Eltern gezeigt^^)
Gibt es denn bei euch in der Gegend irgendwelche "positiven Guppen" in denen ihr Menschen kennenlernen könntet, die auch HIV haben?
Gerne könnt ihr per PN Konakt aufnehmen, wenn ihr Interesse an einem persönlichen Kennenlernen habt.
Ich stehe gerne für Gespräche zur Verfügung
LG Fallada _________________ Leben und leben lassen
Erstdiagnose 1989
VL unter der Nachweisgrenze.
CD4:um die 300
Ratio: 20%
Zuletzt bearbeitet von Fallada am Di März 01, 2011 9:00 pm, insgesamt 2-mal bearbeitet
das "auszusitzen" ist nicht unbedingt der beste Weg. Es ist absolut keine Schande, wenn man sich einen Psychotherapeuten sucht. Manchmal geht es eben nicht ohne.
Ich bin im November 2009 Positiv gestestet worden und natürlich war es erst mal ein Schock für mich. Ich gehe aber mit der Infektion offen um und habe dadurch bis zur heutigen Zeit keinerlei Nachteile erfahren, keine Ausgrenzung erlebt.
Seit März 2010 nehme ich die Kombination aus Truvada und Isentress und bin seit dem unter der Nachweisgrenze.
Du wirst es auch schaffen. Ob und wann ihr es Euren Kindern sagt, da kann man keinen Zeitpunkt nennen. Erst mal musst Du mit der Infektion klar kommen und vielleicht dann.
Oder: gerade jetzt, das Ihr/Du den Rückhalt der Kinder erfahrt.
@Fallada: ja auch ich habe diese Schweizer Frau als Vorbild, aber auch hier aus dem Forum Matthias, der mir durch sein Buch in der Anfangszeit sehr weitergeholfen hat.
LG
Chris _________________ Art-Medikamente:
Truvada [1-0-0], (Tenofovir + Emtricitabin)
Isentress [1-0-1], (Raltegravir)
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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