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Verfasst am: Sa Jan 09, 2010 4:16 pm Titel: ein fehler zuviel (zwei menschen die man nie vergisst)
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hard Gast
hallo zusammen,
seit mittlerweile 72 tagen quält mich der gedanke einen fehler zuviel gemacht zu haben. ich war in thailand und habe dort mit einer frau mehrfachen ungeschützten GV gehabt. nur vaginal aber sicherlich ca. 5 mal in drei tagen. letzter kontakt war am 29.10.09. erst dachte ich nicht mal an die möglichkeit von HIV, die person war ja auch eher von der intelligenten sorte und keineswegs auf bezahlung oder geschenke aus. hmmm.
danach bekam ich panik, also ab ca. 10. november bildete mir sämtliche sympthome ein wobei ich nie fieber hatte, immer appetit und mich auch nicht schlapp fühlte. schliesslich zwang mich ein kollege zum test. die blutabnahme nach 53 tagen, ergebnis nach 55 tagen NEGATIV, es war ein anonymer Combitest p24 und AK 1/2. ich war wieder relaxed. verbrachte weihnachten mit familie und dankte gott und der welt für das glück das ich habe. am 27igsten dezember allerdings bekam ich dann einen pickligen hautausschlag vorwiegend am oberkörper, welcher nach 2 tagen weg war, und mein genick schmerzte, meine lymphknoten sind angeschwollen. dennoch das negative ergebnis liess mich immer wieder glauben, da ist nix. nur die lymphknoten schwellung ist immer noch da. und ich schlafe extrem lange und viel.
so denk ich mir nun dass es im leben zwei personen gibt die man niemals vergisst. diejenige mit der man das erste mal verbracht hat und diejenige von der man sich hoffentlich nur möglicherweise angesteckt hat.
was denkt ihr, symptome erst in woche 9? ist das möglich? aussagekraft eines tests nach 55 tagen?
eines hab ich sicher gelernt in den 10 wochen, benutze immer ein kondom, egal wo und wann. mittlerweile hab ich mich mit dem thema so auseinandergesetzt, dass mich vermutlich auch ein positives resultat nach 12 wochen nicht mehr aus der bahn werfen wird.
Hallo,
Symptome treten, wenn überhaupt, in der akuten Phase der HIV-Infektion auf - d.h. etwa nach 2 bis 4 Wochen (da in diesem Zeitraum die Viruskonzentration mangels AK-Bildung des Körpers verhältnismäßig sehr hoch ist)
Ein Ausschlag (der dir scheinbar nun die größten Bedenken verursacht) ist ein eher untypisches Krankheitsbild, welches mit sehr vielen weiteren Faktoren (neben HIV) zusammenhängen könnte
Der Test nach etwa 8 Wochen ist schon sehr sicher - um auf der ganz sicheren Seite zu sein empfiehlt man aber generell 3 Monate - in der Regel dürfte sich jedoch am negativen Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts mehr ändern - da du einen Risikokontakt hattest würde ich dir diesen trotzdem empfehlen
--> Aber wie gesagt:
Mach dir keine allzugroßen Gedanken mehr über eine Infektion, da du ja ohnehin schon ein sehr wegweisendes Zeichen durch den AK hast
Liebe Grüße,
Rexton
Verfasst am: So Jan 10, 2010 10:35 am Titel: Re: ein fehler zuviel (zwei menschen die man nie vergisst)
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matthias Gute Seele des Forums
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2418 Wohnort: Berlin
Deiner Beschreibung nach scheint doch - was HIV betrifft - alles in Ordnung zu sein. Trotzdem könnte Dir ein weiterer Test mehr Sicherheit geben. Die Beschwerden rühren allerdings ziemlich wahrscheinlich woanders her.
Übrigens:
hard hat folgendes geschrieben::
erst dachte ich nicht mal an die möglichkeit von HIV, die person war ja auch eher von der intelligenten sorte und keineswegs auf bezahlung oder geschenke aus.
Intelligenz schützt nicht vor Ansteckung. Und wer sich bezahlen oder beschenken lässt, ist deshalb nicht zwingenderweise positiv. Aber das nur am Rande...
hallo matthias, natürlich schützt intelligenz nicht vor hiv, hab übrigens dein buch heute gelesen. tolle sache. wünsche dir viel erfolg damit.
ich werde einen abschliessenden test in ca. 2 wochen machen.
zum buch: das kapitel Pozzing gefällt mir gar nicht. diese idee sich absichtlich anstecken zu lassen ist doch echt krankhaft und kommt sicher aus den usa. ansonsten gefällt mir dein schreibstil und immer mehr interessiere ich mich auch wirklich für die thematik HIV. (wieso eigentlich immer erst wenn man selbst Dir alles gute und hoffe das auch die medikamente besser werden. (europa investiert einfach immer noch zu wenig in forschung).
reg dich bitte nicht über die forumsteilnehmer auf. viele haben keine bezugsperson mit der sie sprechen können. ich habe zum glück ein paar schwule kollegen, die etwas bescheid wissen. schon krass wie wenig die heteros im vergleich zu den homosexuellen über die HIV-thematik bescheid wissen.
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2418 Wohnort: Berlin
hi hard,
danke für Deine Rückmeldung. Es freut mich, dass Du mein Buch gelesen hast und dass Dir mein Schreibstil gefällt. Natürlich - und da nehme ich mich selbst nicht aus - fängt man meistens erst an, sich für Dinge zu interessieren, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Das ist normal - aber beim Thema HIV eben zu spät. Deshalb finde ich Aufklärung und Prävention das Wichtigste, was es hier geben kann.
Dass Dir das Kapitel "Pozzing" nicht gefällt, mag sein - aber es gibt immer Dinge im Leben, die einem nicht gefallen. Trotzdem gibt es sie. Mir war wichtig, auch dafür mal den Sinn zu schärfen - letztlich muss man sich auch die Frage stellen, woher eine solche Einstellung kommt.
Und - sei mir nicht böse - aber genau den Nährboden für diese Einstellung finde ich in Deinem folgenden Satz:
Zitat:
ich habe zum glück ein paar schwule kollegen, die etwas bescheid wissen. schon krass wie wenig die heteros im vergleich zu den homosexuellen über die HIV-thematik bescheid wissen.
Ich sage es gerne auch zum dreihundertvierundsechzigtausendsten Mal: HIV ist nicht auf Schwule beschränkt! Es ist deshalb nicht krass, sondern ein Ausdruck des "es betrifft mich ja sowieso nicht". Die Tatsache, dass Du ein paar Schwule kennst, zeigt zwar, dass Du toleranter bist als Andere - aber eben auch, dass auch Du noch lernen musst, Vorurteile zu abstrahieren. Denn zwischen "ein paar schwule Kollegen haben" und "echter Toleranz" ist es ein himmelweiter Unterschied. Der Unterschied besteht u.a. darin, das eben nicht erwähnen zu müssen. Aber Du bist wenigstens auf einem guten Weg
Weltweit sind übrigens mehr Frauen und heterosexuelle Menschen mit HIV infiziert als Schwule. Dass es in Deutschland, Westeuropa und den USA anders ist, ändert nichts an der Tatsache, dass es so ist. Das solltest Du Dir mal auf der Zunge zergehen lassen.
Übrigens gibt es hier einen weitaus größeren Anteil heterosexueller Menschen, die Fragen stellen oder ihre Ängste bzgl. einer möglichen Infektion formulieren als homosexuelle. Sollte das nicht auch zu denken geben? Und: Wenn irgendwo in Forschung investiert wird, sind es die westlichen Länder (also auch Europa). Wo meines Erachtens noch mehr investiert werden müsste, ist in Toleranz, Aufklärung und gesellschaftlichem Gesamtverständnis. Aber dafür gibt es keine Firmen und keine Organisationen, auf die man das abschieben könnte - das muss jeder selbst machen. Leider hapert es zumeist daran.
Liebe Grüße
Matthias _________________ LG - matthias
da haben wir uns wohl völlig falsch verstanden. ich bin absolut gayfriendly und meinte mit meiner aussage lediglich die von dir angesprochene aufklärung betreffend HIV.
genau was du sagst meinte ich, all meine hetero freunde interessiert das thema nicht, die sensibilisierung ist in gay-kreisen einfach grösser, damit will ich nur sagen, dass wäre eigentlich das ziel für alle. ich
bei uns in zürich, und die stadt kennst du ja wie ich deinem buch entnehme gibt es beispielsweise nur einen ort wo man sonntags zur beratung und zum testen kann. und der ist primär für gays. damit hab ich absolut kein problem. nur sollten die ganzen kampagnen auch vermehrt auf die heteros einwirken. hoffe wir verstehen uns jetzt richtig.
ich find deine einstellungen und dein engagement absolut super und möchte nicht dass du mich irgendwie falsch verstehst.
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