Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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Verfasst am: Mi Dez 28, 2011 12:59 am Titel: closed
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Kassiopeia
Anmeldungsdatum: 28.12.2011 Beiträge: 1
Hallo, ich weiß nicht mehr genau wo ich mir Rat suchen soll, keine Ahnung, vielleicht will ich auch einfach nur Beistand - ich weiß es nicht.Ich fühle mich gerade ziemlich hilflos. Mein Bruder hat HIV, ist nervlich ziemlich am Ende -das war bei allem kein leichtes Jahr- und ich bin einfach nicht in der Lage ihm zu helfen. Er ist zurzeit auf einem unglaublich selbstzerstörerischem trip" und kommt einfach nicht mehr runter. Für ihn sind Trinkende immer Freunde, und Alkohol ist der vertrauenswürdigste, zumindest bis zum Beweis des Gegenteils. Seine Diagnose verdrängt er bis aufs letzte, außer mir weiß auch niemand Bescheid. Er ist gerade einfach völlig entgleist, schmeißt Job ,Privatleben, das Dach über den Kopf ist noch nichtmal zweitrangig. Feste Freunde hat er außer mit eig. keine, auch mit der Familie plegt er wie schon gesagt keinen Kontakt (mit Außnahme von mir, wir sehen uns fast jede Woche). Ich weiß er braucht mich jetzt, er hat doch sonst niemanden, und ich weiß wie Egoistisch das von mir klingen muss, aber ich kann sein Päckchen einfach nicht mehr alleine tragen. Er erzählt mir von abgedrehten Partys, vom Hass auf die Menschen, von Selbstmordgedanken..Das macht mich fertig. Ich kann nur zuschauen wie er sich verschändelt. Die Gedanken an ihn ertrage ich manchmal nicht und wünsche mir ich könnte ihn vergessen. Ich habe das Angst davor, dass wenn ich mich auch mich konzentriere, ich ihn alleine lasse und vielleicht das schlimmste passiert...
Zuletzt bearbeitet von Kassiopeia am Fr Jan 27, 2012 12:45 am, insgesamt 2-mal bearbeitet
erst einmal ein riesen Lob an Dich, das Du Deinem Bruder helfen möchtest, auch wenn Du zur Zeit anscheinend nicht an ihn heran kommst.
Du hast geschrieben, das sein bester Freund momentan der Alkohol ist. Das ist leider kein sehr gutes Zeichen, seine Ängste und Sorgen über das "neue" Leben damit zu unterdrücken. In der heutigen Zeit ist HIV-Positiv zu sein kein Todesurteil mehr, das muss Dein Bruder erst einmal lernen zu verstehen, ebenfalls, das er damit nicht der einzige Mensch auf der Welt ist, der mit dieser Diagnose umgehen muss.
Ein User aus diesem Forum (Matthias Gerschwitz) hat ein wunderbares Buch geschrieben. Es trägt den Titel "Endlich mal was Positives". Dieses Buch und auch dieses Forum hier haben mir 2009 in der Anfangszeit meiner Diagnose sehr weiter geholfen.
Ich habe zwar keine Ahnung, woher Du und Dein Bruder kommen, aber wende Dich bitte mal an die dortige Aidshilfe. Dort arbeiten geschulte Leute, stellenweise selber Positiv, die Deinem Bruder ebenfalls weiterhelfen können.
Dein Bruder muss diese Infektion anfangen zu akzeptieren, um wieder in ein geregeltes Leben finden zu können. Klar, es wird die Zeit kommen, wo er regelmässig Medikamente nehmen muss, aber man kann damit sehr gut leben.
Ich selber bin auch Positiv und erfreue mich bester Gesundheit bei absolut tollen Blutwerten.
Wenn Dein Bruder mag und er sich ein Herz nimmt, sag ihm, er soll sich einfach mal hier anmelden. Wir alle sind für ihn da, das gleiche gilt natürlich auch für Dich. Wenn Du irgendwelche Fragen hast, auch wenn sie Dir nichtig und belanglos erscheinen, frage einfach. Wir nehmen uns die Zeit, diese dann auch zu beantworten.
Gerade weil Du ja auch erst aus der Therapie entlassen worden bist, es ist fast unmöglich Dein Leben auf die Kette zu bekommen und dann noch für Deinen Bruder da zu sein. Aber wir hier sind für Euch beide da, sage das bitte auch Deinem Bruder.
Ganz liebe Grüße und Dir und Deinem Bruder alles erdenklich Gute. Du hast den richtigen Schritt gemacht und bist in dieses Forum gekommen.
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