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Antiretrovirale Therapie bei HIV und AIDS. Faktoren des Therapieerfolgs
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Brauche ich eine Therapie?


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Verfasst am: Mo März 16, 2009 9:13 pm    Titel: Brauche ich eine Therapie?
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Tommyyyy
Gast





Antworten mit Zitat

Hallo zusammen.

Zunächst einmal bin ich mit 99,9999999999999999999%iger Wahrscheinlichkeit nicht mit HIV infiziert.

Trotzdem habe ich ein Problem, und zwar habe ich in letzter Zeit so eine Art HIV-Phobie entwickelt, bzw. bin eventuell grade dabei eine zu entwickeln!

Ich habe vor 2 Monaten einen Test gemacht, der negativ ausfiel. Seit 2 Wochen habe ich auf einmal wieder Angst gekriegt, mich doch irgendwo infiziert zu haben.

Meine Gedanken waren die ganze Zeit nicht besonders schlimm, allerdings habe ich viel im Internet gelesen (der größtmögliche Fehler) und dabei sehr viel über HIV-Phobien gelesen. Auf einmal habe ich ähnliche Gedankengänge entwickelt, wie diese Leute. Habe mich dran erinnert, wie ich mich vor 2 Wochen mal an einem Bierglas in der Kneipe geschnitten habe und letzte Woche an der Tür zum U-Bahn-Eingang.

Es ist wirklich schwer zu beschreiben, was das für Ängste sind die ich habe, das Hauptproblem ist einfach, dass ich permanent in meinem Unterbewusstsein eine Grundangst vor HIV habe, ich kann unmöglich ne halbe Stunde oder so am Stück meine Gedanken davon ablenken.
Wenn ich die Lage mal objektiv betrachte und es mir gelingt festzustellen dass mein Risiko gegen null geht, bin ich für einige Zeit (wenns hoch kommt 3-4h) beruhigt, kann meine Gedanken allerdings trotzdem nicht von HIV abbringen und muss fast permanent dran denken.

Ich bin in einer ziemlich beschissenen Situation, da ich im Ausland lebe (studiere) und in den nächsten Monaten enorm (!!!) wichtige Prüfungen vor mir habe. Eigentlich müsste ich so langsam beginnen, mich darauf vorzubereiten, was mir allerdings nur bedingt gelingt. In Vorlesungen bin ich auch gut und gerne mal des öfteren 15 oder mehr Minuten am Stück komplett geistig abwesend.

Ich hoffe, aber glaube mittlerweile nurnoch bedingt dran, dass ich meine Ängste ohne eine Therapie in nächster Zeit loswerde. Ich weiß auch nicht ob eine Therapie meine Ängste schnell beseitigen kann, oder ob das ein langer Prozess ist. Außerdem ist es schwierig, hier im Ausland gute und wissende Deutsche Psychologen zu finden.

Das größte Problem dabei ist vor allem, dass ich mich fürchte, meinen Eltern davon zu berichten. Per Telefon ist das sicherlich nochmal 10x schwerer. Ich bin generell ein überaus fröhlicher Kerl, und von niemandem auf der Welt würden sie es weniger erwarten, dass er mit solchen Problemen ankommt.

Das allerschlimmste an der Sache ist, dass ich eigentlich einfach fröhlich das Leben genießen sollte, anstatt mir das Leben durch derart absurde Gedanken zu versauen...

Was denkt ihr wäre in meiner Situation am sinnvollsten?

Ich werde morgen zuerst einmal mit meiner Allgemeinärztin darüber sprechen, zu der muss ich nämlich eh noch einmal hin.

Wäre echt nett, wenn ich ein paar gute Antworten bekäme.

Vielen Dank schonmal im Voraus!
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Verfasst am: Mo März 16, 2009 9:13 pm    Titel:
Autor Nachricht








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Verfasst am: Di März 17, 2009 4:23 pm    Titel:
Autor Nachricht
freddy
Gast





Antworten mit Zitat

Was ich als allererstes sagen kann ist: Willkommen im Club!

Mir geht es im moment ähnlich und das ist nicht das erste mal, dass ich unter so einer HIV-Phobie leide.

Meinen ersten Test habe ich vor 3 Jahren gemacht, nachdem ich auf einer Party ungeschützten Verkehr mit einem Mädchen hatte. Damals ging es mir während den 3 Monaten (die man ja warten muss bis der Test aussagekräftig ist) sehr schlecht und ich konnte Tag für Tag und Stunde für Stunde an nichts anderes mehr denken.
Der Test viel glücklicherweiße negativ aus, doch irgendwie konnte ich dem Ergebnis lange Zeit nicht glauben und habe auch befürchtet, dass ich mich anderweitig irgendwie anstecken könnte, trotz waltender Vorsicht....

Irgendwann ging auch das vorbei. Heute hätte ich zwar keinen Zweifel mehr an der Richtigkeit und Zuverlässigkeit eines solchen Testes, jedoch geht das jetzt in eine ganz andere Richtung. Ich habe mittlerweile Angst davor, dass ich mich bei geschütztem GV anstecken könnte. Habe in diesem Forum auch vor ein paar Wochen einen dementsprechenden Beitrag geschrieben...

Was ich Dir an dieser Stelle raten kann, auch wenn es anfangs leichter gesagt als getan erscheint: Mach dich nicht verrückt und bleib ruhig!! Denk realistisch darüber nach. Du hast einen test gemacht, der negativ ausgefallen ist, Du bist also nicht mit HIV infiziert. Wenn du zwischen dem Risikokontakt und dem Test keinen ungeschützten GV mehr hattest und auch sonst nichts passiert ist, was eine HIV-Infektion wahrscheinlich macht, dann steigerst du dich völlig umsonst in diese Sache rein.

Da ich selbst Angst- und Panikpatient war, bzw. immer noch irgendwie bin (mache seit 2 Jahren Therapie), weiß ich, wie schwer es ist, aus diesem Teufelskreis herauszukommen, aber das was mir am meisten geholfen hat, ist mit irgendjemanden darüber zu reden. Das muss kein Therapeut sein, sondern vielleicht, wie bei mir eine Person, der du vertraust und die eine realistischere und nüchterne Einstellung zu dem ganzen Thema hat.

Um Deine Angst immer wieder auf's neue zu beruhigen müsstest du ja jeden Monat oder öfters einen Test machen, weil ja theoretisch immer wieder etwas passieren könnte. Das ist absurd, denn so würdest Du nie wieder Ruhe haben. Der richtige Weg ist, Dein Denkverhalten zu ändern.

Versuch es, fang irgendwie an!

Ich hoffe, Dir etwas weiter geholfen zu haben.

Schöne Grüße
Freddy
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Verfasst am: Mi März 18, 2009 1:12 am    Titel:
Autor Nachricht
Marion
Administratorin


Anmeldungsdatum: 24.08.2006
Beiträge: 2372

Antworten mit Zitat

Danke Freddy für diesen wirklich sinnvollen Beitrag! Das kann ich genau in dieser Form ebenfalls bestätigen. Meiner Meinung nach gibt es auch immer Sinn, frühstmöglich einen Therapeuten hinzu zu ziehen. Psychologen und Psychiater gibt es ja nicht umsonst! Im Gegenteil: eine frühzeitige und vor allem permanente Therapie kann gerade potentiellen Phobien vorbeugen und bestehende Tendenzen massiv lindern. Mittel- und langfristig kann man phobische Grundtendenzen zudem sehr gut in den Griff bekommen! Aber dafür muss man eben die Initiative ergreifen ...
_________________
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