Mit der Diagnose HIV positiv liegt die durchschnittliche Lebenserwartung heutzutage fast auf gleichem Niveau wie der Durchschnitt der Gesellschaft. Gerade deshalb ist es für HIV Patienten elementar wichtig, dass sie gut versichert sind und für das Alter vorsorgen. Nichtsdestotrotz schließen viele Versicherungsgesellschaften HIV positive Menschen per se von deren Leistungen aus.
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jetzt bin ich seit genau einem Jahr wissentlich HIV-Positiv und möchte mal ein bisschen was dazu schreiben. Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen, gerade in der Anfangszeit geprägt mit Selbstzweifeln und die dominierende Frage nach dem Sinn des Lebens.
Bis zu dem Zeitpunkt des Testergebnisses wusste ich zwar schon einiges über das Thema HIV/Aids, aber eben nicht genug, den mich hat es bis dahin ja nicht betroffen. Ich ging dann Ende Oktober 2009 zu meinem Hausarzt und ließ dann mal wieder einen HIV-Test machen. Gewohnt war ich, das ich nach 3 Werktagen das Ergebnis bekommen hatte, hm ... diesmal war es nicht so und das war dann der Tag, an dem sich mein ganzes Leben ändern sollte. Nach 5 Tagen rief mich mein Doc an und sagte, ich solle doch bitte sofort mal zu ihm in die Praxis kommen ... da wusste ich es, mich hat es erwischt. Also war ich nicht sonderlich verwundert, als mir mein Hausarzt meine Befürchtungen bestätigt hatte.
Wie in Trance bin ich nach Hause gegangen und bin in Tränen ausgebrochen. Eine quälende Frage ging mir immer wieder durch den Kopf, wieso ich, warum ausgerechnet ich?
Als erstes habe ich dann meinen Freund im Büro angerufen und ihm unter Tränen mitgeteilt - Zitat: "Maus, ich bin HIV-Positiv". Er verlängerte darauf hin seine Mittagspause und hat mich getröstet.
Ab diesem Tage hab ich mich intensiv mit dem Thema HIV auseinander gesetzt und bin auch hier in diesem Forum angekommen. Hier hat man mich ebenfalls aufgefangen und mir Mut gemacht. All denen möchte ich heute noch einmal an dieser Stelle meinen Dank aussprechen.
Naja das ganze letzte Jahr jetzt zu schreiben, wäre zu viel. Also hier die Kurzfassung: seit März nehme ich die Medikamente und meine Blutwerte sind seit diesem Tage wundervoll und die Viruslast war 3 Wochen nach der Ersteinnahme "unter der Nachweisgrenze" und ist es bis heute.
Zwischenzeitlich arbeite ich ja hier als Moderator mit, denn ich weiß was man durchmachen muss, wenn man auf ein Testergebnis wartet oder wenn man mit der Diagnose konfrontiert wird.
Ich möchte Euch Mut machen, auch mit HIV kann man ein wundervolles Leben haben. Mein Leben hat sich nicht verändert, naja ich muss halt alle 3 Monate zum Schwerpunktarzt ... aber es gibt schlimmeres.
Freunde, das Leben ist mit HIV nicht zuende, es ist etwas verändert aber genauso lebenswert wie vorher.
So abschließend möchte ich einige Leute nennen, die mich in der Anfangszeit massiv unterstützt haben:
Marion, Alexandra, Matthias, Jacky_DA, Sebastian (er ist seit 13 Jahren mein Partner) und meinem Schwerpunktarzt Dr. Discher. Marion Dir gebührt mein größter Dank für das schöne Forum hier.
So genug gelabert, ich habe mich mit meiner Infektion arrangiert und ich kann damit wunderbar leben, Ihr schafft es auch.
danke für deinen ehrlichen und bewegenden Beitrag.
Ich finde es toll und bewundernswert, welche Stärke du an den Tag legst.
Davon könnte sich so mancher eine Scheibe abschneiden!
Auch von meiner Seite große Anerkennung für Marion&Co.
Toll, dass es euch gibt!
Na dann lass ich euch mal allen die besten Grüße da,
Anmeldungsdatum: 11.07.2009 Beiträge: 4692 Wohnort: Bei Basel / CH
Hallo Chris
Schön, dass es Dich gibt und Du hier bist. Du bist für unser kleines Tier hier eine Bereicherung da Du den Alltag mit HIV bestens kennst und auch bei den Therapien wohl der beste Ansprechpartner bist. Theorie (wie ich sie kenne) und Praxis (wie Du sie neben der Theorie kennst) sind halt zwei Paar Schuhe. _________________ Lieben Gruss
Alexandra
Anmeldungsdatum: 08.08.2009 Beiträge: 2417 Wohnort: Berlin
Hi Chris,
uns verbindet ja nun verschiedenes ... aber auch ich habe nach einem Jahr begriffen, dass das Leben trotzdem weitergeht und hatte ebenfalls viel Unterstützung.
Das Forum ist wirklich ene feine Sache ... aus meinen Recherchegründen sind sehr schnell die Beweggründe gewachsen, ein paar »Insiderinformationen« einfließen zu lassen - und ich freue mich, dass wir das seit einiger Zeit zu zweit machen können.
Wär' übrigens tolll, wenn Du am 9.11. Zeit, Lust und Gelegenheit hättest, wenn ich in Frankfurt lese ... _________________ LG - matthias
Anmeldungsdatum: 11.07.2009 Beiträge: 4692 Wohnort: Bei Basel / CH
Hi Matthias
Du bist uns auch eine grosse Hilfe hier. Wäre toll wenn ich Dich auch mal kennen lernen würde. Wann bist Du in der Schweiz? _________________ Lieben Gruss
Alexandra
ich merke, dass ich nicht wirklich etwas über HIV wusste bevor ich ein RK hatte und mich dann anschließend in diesem Forum belesen habe. Ich hatte auch einen Threat (so nennt man das glaub ich) geöffnet. Wie auch immer!
Ist natürlich schön zu sehen (lesen) das es Dir gut geht.
Früher hat es mich nicht wirklich interessiert als ich irgendwelche Berichte im Fernsehen oder in Zeitschriften über HIV gelesen hatte. Ich weiss nicht ob du meine Geschichte kennst!? hab nach einem RK (AlexandraT meint es war keiner - klar glaub ich ihr, bin aber ein bischen ängstlich) ca. nach 6-7 Wochen einen Test im Krankenhaus gemacht, der negativ ausfiel.
In deinen Antworten steht unten immer: Erstdiagnose: 11/2009 (Test in 07/2009 noch negativ)
Könntest du das ein wenig erläutern? Hattest du deinen RK kurz vor dem Juli oder vielleicht schon im Mai oder?
Sorry, dass ich so blöd frag! aber jedes mal wenn ich deine Beiträge lese frage ich mich wie das passiert ist bei Dir (ohne Dir Nahe treten zu wollen)
Ich habe großen Respekt vor deiner Lebenskraft. Ich mein, bei Matthias ist die Infektion schon sehr lange her. Von daher, denke ich, das du wahrscheinlich erst seit kurzem das so akzeptierst.
Tschuldigung wegen den möglichen Schreibfehlern.
Hoffe von Dir ne Antwort zu bekommen.
p.s. ich lese mich nur in DIESEM Forum durch. Hier fühl ich mich am wohlsten:)
naja im Juli ist der Test noch Negativ gewesen, das heißt, das ich zwar schon den Virus in mir hatte, die Antikörper aber noch nicht nachgewiesen werden konnten. Wenn ich dann überlege, das der Test im November Positiv ausfiel, kann der Rsikokontakt ziemlich genau bestimmt werden. Da ich weiß, wer mich infiziert hat, kann ich es sogar genau auf den Tag sagen -)
Ja wieso sollte ich meinen Lebensmut verlieren? Ich war früher genauso wie Du, habe zwar in den Medien immer mal wieder was von HIV und AIDS gehört, aber näher hatte ich mich nie mit dem Thema beschäftigt.
Du trittst mir nicht zu Nahe. Ich finde es gut, wenn Du neugierig bist und Fragen stellst. Ich bin ein Mensch, der mit der Infektion offen umgeht und die daraus aufkommenden Fragen auch gerne beantwortet. Darum bin ich ja auch Moderator in dem Forum hier geworden.
Ich bin noch immer mit demjenigen, der mich infiziert hat. befreundet, er wusste ja zu diesem Zeitpunkt nichts von seiner Infektion.
Also wenn Du Fragen hast, dann stelle diese.
In diesem Sinne Dir einen schönen Tag und liebe Grüße aus Wetzlar
Ich habe mich gestern erst neu hier im Forum angemeldet. Ich habe am Freitag, den 29.10.2010 meine Diagnose erhalten und bin dann erstmal trotz der aufmunternden Gespräche mit den Ärzten in ein kurzes Loch gefallen.
Ihr könnt Euch sicher vorstellen was einem da so alles im Kopf rumschwirrt. Alle andern die positv getestet sind haben das ja auch durchgemacht.
Dir Chris möchte ich für deinen Bericht über das erste Jahr danken, denn er macht auch mir jetzt wieder etwas Mut. Ich denke ich werde noch einige Zeit brauchen das alles zu verarbeiten, aber wenn Du (und vielen ander Menschen) es auch geschafft hast(haben), dann werde ich es wohl auch schaffen.
LG aus HH
Guenni _________________ Positives Ergebnis 29.10.2010
Noch keine Ergibnisse aus den anschließenden Bluttests.
Komplettes Neuland für mich und meine Gefühlswelt.
natürlich wirst Du es schaffen. Dein Leben ändert sich ja nicht großartig. Musst nur nen bisschen Dich mit dem Essen umstellen (viele Vitamine) und halt alle drei Monate zum Doc. Naja irgendwann kommen die Medikamente. Das wars dann aber auch schon.
Ich gebe Dir mal den guten Tip: kaufe dir das Buch von Matthias Gerschwitz mit dem Titel "Endlich mal was Positives". Das hat mir in der Anfangszeit sehr weiter geholfen.
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die obigen Informationen (sofern nicht explizit gekennzeichnet) von medizinischen Laien stammen. Sie können und wollen daher den Arztbesuch nicht ersetzen. Um medizinisch valide Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den Arzt Ihres Vertrauens.
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